Die Entrückung (vor der großen Trübsal oder nicht?)

Ausführliche Auslegung der Schriftstellen zur Entrückung

Kommen wir nun zurück zu unserem Thema, der Entrückung der Gemeinde Jesu.  Es ist manchmal leichter zu kritisieren, als es besser zu machen. Daher soll bei der Kritik der Vorentrückung nicht stehen geblieben werden. Vielmehr soll im folgenden anhand der wesentlichsten Stellen und einer im Kontext erfolgenden Auslegung Klarheit zu diesem Thema gefunden werden.
"Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden;"

"und dasselbe plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune. Denn es wird die Posaune schallen, und die Toten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden."

"Denn dies Verwesliche muß anziehen die Unverweslichkeit, und dies Sterbliche muß anziehen die Unsterblichkeit."

"Denn das sagen wir euch als ein Wort des HERRN, daß wir, die wir leben und übrig bleiben auf die Zukunft des HERRN, werden denen nicht zuvorkommen, die da schlafen."

"denn er selbst, der HERR, wird mit einem Feldgeschrei und der Stimme des Erzengels und mit der Posaune Gottes herniederkommen vom Himmel, und die Toten in Christo werden auferstehen zuerst."

"Darnach wir, die wir leben und übrig bleiben, werden zugleich mit ihnen hingerückt werden in den Wolken, dem HERRN entgegen in der Luft, und werden also bei dem HERRN sein allezeit."

"So tröstet euch nun mit diesen Worten untereinander."

"Aber der Zukunft halben unsers HERRN Jesu Christi und unsrer Versammlung zu ihm bitten wir euch, liebe Brüder,"

"daß ihr euch nicht bald bewegen lasset von eurem Sinn noch erschrecken, weder durch Geist noch durch Wort noch durch Brief, als von uns gesandt, daß der Tag Christi vorhanden sei."

"Lasset euch niemand verführen in keinerlei Weise; denn er kommt nicht, es sei denn, daß zuvor der Abfall komme und offenbart werde der Mensch der Sünde, das Kind des Verderbens,"

"der da ist der Widersacher und sich überhebt über alles, was Gott oder Gottesdienst heißt, also daß er sich setzt in den Tempel Gottes als ein Gott und gibt sich aus, er sei Gott."

"Gedenket ihr nicht daran, daß ich euch solches sagte, da ich noch bei euch war ?"

"Und was es noch aufhält, wisset ihr, daß er offenbart werde zu seiner Zeit."

"Denn es regt sich bereits das Geheimnis der Bosheit, nur daß, der es jetzt aufhält, muß hinweggetan werden;"

"und alsdann wird der Boshafte offenbart werden, welchen der HERR umbringen wird mit dem Geist seines Mundes und durch die Erscheinung seiner Zukunft ihm ein Ende machen,"

"ihm, dessen Zukunft geschieht nach der Wirkung des Satans mit allerlei lügenhaftigen Kräften und Zeichen und Wundern"

"und mit allerlei Verführung zur Ungerechtigkeit unter denen, die verloren werden, dafür daß sie die Liebe zur Wahrheit nicht haben angenommen, auf daß sie selig würden."

"Darum wird ihnen Gott kräftige Irrtümer senden, daß sie glauben der Lüge,"

"auf daß gerichtet werden alle, die der Wahrheit nicht glauben, sondern haben Lust an der Ungerechtigkeit."
1. Korinther 15:51


1. Korinther 15:52



1. Korinther 15:53


1. Thessalonicher 4:15



1. Thessalonicher 4:16



1. Thessalonicher 4:17



1. Thessalonicher 4:18

2. Thessalonicher 2:1


2. Thessalonicher 2:2



2. Thessalonicher 2:3



2. Thessalonicher 2:4



2. Thessalonicher 2:5

2. Thessalonicher 2:6

2. Thessalonicher 2:7


2. Thessalonicher 2:8



2. Thessalonicher 2:9


2. Thessalonicher 2:10


2. Thessalonicher 2:11

2. Thessalonicher 2:12
Diese Stellen werden von vielen Auslegern zum Thema „Entrückung“ natürlich behandelt, es fällt jedoch auf, dass die meisten Auslegungen diese Abschnitte nur hinsichtlich einzelner Verse und Aussagen behandeln. So wird zum Bsp. zumeist 2. Thessalonicher 2:7 einzeln, zusammenhanglos herausgenommen und für den, der das Boshafte noch aufhält, die Gemeinde Jesu, der Heilige Geist eingesetzt. Die Argumentation wird dann so fortgesetzt, dass man annimmt, dass dieses Hinwegnehmen des Heiligen Geistes sozusagen die neutestamentliche Gnadenszeit beendet, wo jeder Gläubige bleibend den Heiligen Geist bekommt. Man vermutet hier, dass dann fortan nur eine Bekehrung im alttestamentarischer Hinsicht möglich ist. Wer sich in der darauf folgenden Zeit für Jesus bekehrt, sich zu Ihm bekennt, wird hierfür mit dem Leben bezahlen müssen (5. Siegel aus Offenbarung 6:9 ff,  20:4). Ergänzt wird diese Ansicht mit der Begründung, dass die letzte Zeitperiode vor der Wiederkehr Jesu der letzten Jahrwoche von Daniel entspricht. Israel soll wieder Bedeutung und Funktion im Plan Gottes haben. Daraus wird geschlossen, dass dann die Gemeinde Jesu nicht mehr auf der Erde sein kann.

Ähnlich wird mit 1. Thessalonicher 5:9 argumentiert: „Gott hat uns nicht zum Zorn gesetzt...“. Aus diesem im Zusammenhang mit andern Stellen wird angenommen, dass die Gemeinde Jesu nicht in die Gerichte der Zornesschalen geraten kann, da Gott gerade dieses Zorngericht nicht für die Gemeinde vorgesehen hat und Gott wird daher die Gemeinde vorher durch die Entrückung erretten.
Dieser kurze Abriss zeigt, dass mit der Frage der Entrückung viele andere Ansichten, Lehren eingehen, die - falls sie falsch sein sollten - das Verständnis für die Schrift stark trüben können.

Meines Erachtens liegen die Quellen für die meisten Fehlauslegungen der Bibel darin, dass nicht gesamte Abschnitte in ihrem Zusammenhang betrachtet werden, sondern die Bibel, deren Aussagen in Versfragmente zerstückelt werden, die dann beliebig zu bereits vorgeformten Meinungen zusammen gesetzt werden. Es klingt alles sehr einleuchtend und die Fülle der genannten Stellen ist enorm. Jedoch kann der Wahrheitswert gegen Null gehen. Die Argumentationen der Zeugen Jehova sind ein gutes Beispiel hierfür.

Betrachten wir nun die genannten Abschnitte weitgehend im Zusammenhang:
Die Entrückung nach 1. Korinther 15:51-53

Diesem Abschnitt geht eine längere Ausführung des Apostel Paulus über die Auferstehung voraus. Ohne den Glauben an eine Auferstehung wäre unser Tun, unser Glaube nutzlos. Wir Christen wären die erbärmlichsten Menschen der Erde, da wir im falschen Glauben nach einem weltfremden Leben streben würden, welches doch nicht existiert. Das ist aber nicht der Fall. Der Apostel Paulus führt über 500 Zeugen an, die die Auferstehung Jesu erlebt haben. Daher ist unser Glaube an eine Auferstehung kein Wunschdenken, kein Trugbild sondern Realität.
Die zitierte Stelle liegt am Ende der Ausführungen zum Thema Auferstehung. Vorher erläuterte er den Sinn und das Wesen der Auferstehung und nun führt er die wesentlichen Elemente der Entrückung auf:
-


-

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die Entrückung geschieht mitten im Leben, da etliche noch leben und bei der Entrückung verwandelt werden, die Verstorbenen werden auferstehen

diese Verwandlung und Auferstehung geschieht in einem Augenblick

der Zeitpunkt dieses Ereignisses wird nur durch den Begriff „zur Zeit der letzten Posaune“ angegeben
Die Posaune Gottes

Der Begriff „letzte Posaune“ deutet an, dass die Zuhörer mit dem Begriff der Posaune eine klare Vorstellung verbanden, diese uns aber nicht überliefert ist. Handelt es sich bei dieser Posaune um einen Hinweis auf die 7 Posaunen in der Offenbarung Kapitel 8-11? Diese Möglichkeit wird von vielen Auslegern damit abgetan, dass bekanntlich die Offenbarung erst viel später geschrieben wurde und somit Paulus sich unmöglich bereits auf diese Posaunen beziehen konnte. 

Anderseits gibt es in der Bibel viele Stellen, die Bezug hatten auf künftige Ereignisse, ohne dass dies den Schreibern im einzelnen bekannt war. Letztlich ist es ja Gott selbst, der durch seinen Heiligen Geist die Schrift inspirierte und es daher sehr wohl möglich, dass hier ein Verweis auf die Ereignisse der Offenbarung vorliegt. Falls dieser Bezug zutrifft, geschähe die Entrückung zum Zeitpunkt der letzten Posaune, also in Offenbarung 11, nachdem alle Posaunengerichte bereits geschehen sind. Die Betrachtung der Geschehnisse im Zusammenhang mit der 7. Posaune bringt noch weiteres zutage. Nach der 6. Posaune tritt ein Engel auf und verkündet:
Offenbarung 10:7
"sondern in den Tagen der Stimme des siebenten Engels, wenn er posaunen wird, soll vollendet werden das Geheimnis Gottes, wie er hat verkündigt seinen Knechten, den Propheten."
Und weiter heißt es:
Offenbarung 11:15
"Und der siebente Engel posaunte: und es wurden große Stimmen im Himmel, die sprachen: Es sind die Reiche der Welt unsers HERRN und seines Christus geworden, und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit."
Mit der 7. Posaune tritt Jesus Christus die Herrschaft an. Alle weltlichen Reiche, auch das Reich des Satans über diese Welt sind beendet. Die Macht des Satans und seiner Engel ist gebrochen und Christus regiert unumschränkt. Es gibt danach keinen Raum mehr für irgendwelche menschliche Reiche. Folglich muss das Auftreten des Antichristen und sein Wirken davor liegen. Mit der 7. Posaune wird das Reich des Antichristen beendet. Daher muss - falls der Bezug stimmt - die Entrückung erst zum Ende der Schreckensherrschaft des Antichristen erfolgen. Eine frühere Entrückung ist unmöglich.
Die zentralen Stelle der Bibel zur Entrückung

Es ist unstrittig, dass die wichtigste Stelle, die diesem Thema auch ihrem Namen gab, im 1. Thessalonikerbrief Kapitel 4:13-17 steht.  Diese Stelle ist aber untrennbar mit 2. Thessalonicher 2:1-12 verbunden. Wichtig ist auch die Stelle im 1. Korinther 15:51-53.

Lesen wir nun diese Stellen im Zusammenhang:
1.
2.
2 a)
2 b)
Das Geheimnis Gottes

Ein 2. Hinweis liegt in der Botschaft des Engels. Er spricht hier von der Vollendung des Geheimnisses Gottes. Dies ist ein Begriff, der so in der Bibel noch öfters vorkommt. Über Suchfunktion in Computerbibeln lassen sich leicht alle Stellen im Zusammenhang mit „Geheimnis“ finden. Hier nur ein paar wesentliche Aussagen:
"Ich will euch nicht verhalten, liebe Brüder, dieses Geheimnis (auf daß ihr nicht stolz seid ): Blindheit ist Israel zum Teil widerfahren, so lange, bis die Fülle der Heiden eingegangen sei"

"nämlich das Geheimnis, das verborgen gewesen ist von der Welt her und von den Zeiten her, nun aber ist es offenbart seinen Heiligen,"

"denen Gott gewollt hat kundtun, welcher da sei der herrliche Reichtum dieses Geheimnisses unter den Heiden, welches ist Christus in euch, der da ist die Hoffnung der Herrlichkeit."

"Den verkündigen wir und vermahnen alle Menschen und lehren alle Menschen mit aller Weisheit, auf daß wir darstellen einen jeglichen Menschen vollkommen in Christo Jesu;"

"Und kündlich groß ist das gottselige Geheimnis: Gott ist offenbart im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, erschienen den Engeln, gepredigt den Heiden, geglaubt von der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit."

Römer 11:25


Kolosser 1:26


Kolosser 1:27


Kolosser 1:28


1. Timotheus 3:16
Auch die Stelle aus 1. Korinther 15:51 beginnt mit der Hinweis, dass hier ein Geheimnis gelüftet wird. Das Geheimnis Gottes ist die Gemeinde, die Gott aus Heiden und Israeliten bildet. Die Gemeinde ist das Ziel seiner Anstrengung, das Ziel seines Wirkens. Diese Gemeinde wird in der Zeit der 7. Posaune vollendet. Diese Gemeinde wird vollendet mit der Auferstehung der Gläubigen. Diese Auferstehung findet mit der Entrückung statt. Also findet die Entrückung bei der Wiederkunft Jesu statt, wenn Jesus alle Herrschaft auf Erden einnimmt.

Aus diesen beiden Bezügen, Jesus nimmt in der 7. Posaune die Herrschaft ein und vollendet die Gemeinde, ist klar abzuleiten, dass die Entrückung erst zum Ende der Trübsalzeit erfolgen kann, nachdem das antichristliche Reich und der Aufruhr gegen Gott geschehen ist.

Der Bezug der letzten Posaune aus 1. Korinther 15 kann aber auch falsch gesetzt sein. Es ist nicht zwingend, beide Stellen über einen Begriff zu koppeln. Zum anderen wird die Offenbarung von den wenigsten überhaupt verstanden, so dass ein Bezug auf die Offenbarung oftmals nur noch größere Unklarheit schafft. Vielleicht ist mit der letzten Posaune nur ein Aufbruchssignals, nur ein Bezug auf die damals allgegenwärtigen römischen Armeen und ihrer Gebräuche gemeint. Für eine Entscheidung ist eine Aussage zu dünn und birgt ein zu hohes Risiko der Fehlaussage. (Man denke an das Prinzip der zwei Zeugen, dass heißt jede Aussage muss auf zwei Zeugen beruhen). Daher ist dieses Argument allein unzureichend.

Mit dem Begriff der Posaune lassen sich aber folgende Schlüsse ziehen:

Die Posaune ist eines der lautesten Instrumente und daher als Signalgeber Jahrhunderte lang benutzt worden. Wenn bei der Auferstehung und Entrückung die Posaunen „schallen“ ist hier schwerlich nur ein stilles, unbemerkt vor sich gehendes Ereignis möglich. Bei der Auferstehung wird es bei wörtlicher Auslegung lärmen. Vergeistigt man die Posaunen aber nur als Signal, als Bildnis für ein Signal ist unter Umständen ein stilles Geschehen möglich. Es liegen aber in dem Text keinerlei Hinweise vor, dass hier irgend etwas bildlich oder vergeistigt zu sehen ist.  Die Annahme eines stillen Signals ist daher nicht aus dem Text abzuleiten.

Aus dem bisher gesagten wird überdeutlich klar, dass die Bibel nur als Ganzes betrachtet werden darf. Die Aussagen einer Stelle sind zu vieldeutig, es gibt zu viele Möglichkeiten der Auslegung, um verbindliche Schlüsse zu ziehen. Die Beschäftigung mit nur einer Stelle birgt das große Risiko, dass Schlüsse gezogen werden, die anderen Bibelstellen widersprechen.  Bearbeiten wir daher nun die Stellen aus den Thessaloniker-Briefen:
Die Entrückung nach 1. Thessalonicher 4:13 - 18 und  2. Thessalonicher 2:1-10

Der erste Abschnitt aus 1. Thessalonicher gleicht in der Aussage der Stelle aus 1. Korinther 15. Es werden hier aber folgende Zusatzinformationen gegeben:
3.
1.    zuerst erfolgt die Auferstehung der Toten, danach die Verwandlung der noch lebenden Gläubigen (V16+17)

2.    der Herr Jesus selbst kommt uns entgegen

3.    wir werden nach der Auferstehung/Verwandlung ihm in die Wolken entgegen gerückt = Entrückung

4.    diese Vorgänge erfolgen „mit Feldgeschrei und der Stimme des Erzengels und mit der Posaune Gottes“

5.   nach der Entrückung werden wir allezeit bei Gott bleiben
3 a)
Die Begleiterscheinungen der Entrückung

Aus dieser Stelle wird deutlich ersichtlich, dass die Entrückung eine Erfüllung ist der Botschaft der Engel bei der Himmelfahrt Jesu: 
"welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr und sehet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren."
Apostelgeschichte 1:11
Jesus kommt in den Wolken seiner Gemeinde entgegen. Nur seine Gemeinde erwartet ihn in den Wolken, nicht die ungläubige Welt oder die bis dahin ungläubigen Israeliten. Daraus lässt sich aber noch nicht zwingend folgern, ob diese Wiederkunft Jesu im Stillen erfolgt wie seine Himmelfahrt oder ob dies ein weltweit sichtbares Ereignis sein wird.

Betrachtet man die unter Punkt 4 genannten Begleitumstände bleibt für ein stilles Ereignis aber wenig Platz. Hier werden im Gegensatz zu 1. Korinther 15 nicht nur Posaunen sondern auch Feldgeschrei und die Stimme des Erzengels genannt. Jedes dieser Dinge stellt ein Maximum an Lautstärke für die damalige Zeit  dar. Als früher die Heere gegeneinander vorrückten, vertrieb man mit enormen Lärm und Geschrei die eigene Angst und versuchte den Feind einzuschüchtern. Heute erfolgen höchsten bei sportlichen Ereignissen vergleichbare Dinge. Die Posaune als eines der lautesten Instrumente wurde bereits genannt.

Auch die Stimme des Erzengels, des obersten Engels stellt eine Steigerung über den eigenen Erfahrungsbereich dar. Wenn der Herr Jesus in den Wolken erscheint und parallel diese Lautstärken real für uns Gläubigen zu hören sind, wie kann dieses Ereignis verborgen und im Stillen erfolgen? Aus dem wörtlichen Text lässt sich nur ableiten, dass die Begleitumstände der Entrückung sehr laut und wahrnehmbar sein werden. Für eine stille und verborgene Entrückung lassen sich hier keine Gründe finden.
Der Zeitpunkt der Entrückung

Bisher haben wir anhand der Randbedingungen (Lärm) oder Bezug zu anderen Bibelstellen Hinweise auf eine Entrückung mit lauten, sichtbaren Geschehnissen gefunden. Diese Entrückung ist aber bisher zeitlich kaum zu fixieren.  Dies scheint zur Zeit des Paulus anders gewesen zu sein. Er schreibt:
3 b)
"Von den Zeiten aber und Stunden, liebe Brüder, ist nicht not euch zu schreiben;"
1. Thessalonicher 5:1
Offensichtlich hat Paulus der Gemeinde in Thessalonich entweder während seines Aufenthalts in dieser Gemeinde oder durch Boten genauere Informationen darüber zukommen lassen. Er hielt seine Gemeinde für ausreichend informiert und begnügte sich auf allgemeine Hinweise in Kap. 5:1 folgende.

Was an diesem Abschnitt besonders hervorsticht, ist die Diskrepanz  zwischen den üblichen Aussagen von Gläubigen und dem Wort Gottes, der Bibel.

Fragt man Gläubige, wann kommt der Herr Jesus wieder, heißt es zumeist mit Hinweis auf 1. Thessalonicher 5:2, dass der Herr wie ein Dieb unerwartet und ohne Vorankündigung kommt und uns völlig überraschen wird. Liest man aber einige Verse weiter, heißt es:
"denn ihr selbst wisset gewiß, daß der Tag des HERRN wird kommen wie ein Dieb in der Nacht."

"Denn sie werden sagen: Es ist Friede, es hat keine Gefahr, so wird sie das Verderben schnell überfallen, gleichwie der Schmerz ein schwangeres Weib, und werden nicht entfliehen."

"Ihr aber, liebe Brüder, seid nicht in der Finsternis, daß euch der Tag wie ein Dieb ergreife."

"Ihr seid allzumal Kinder des Lichtes und Kinder des Tages; wir sind nicht von der Nacht noch von der Finsternis."

"So lasset uns nun nicht schlafen wie die andern, sondern lasset uns wachen und nüchtern sein."

"Denn die da schlafen, die schlafen des Nachts, und die da trunken sind, die sind des Nachts trunken;"

"wir aber, die wir des Tages sind, sollen nüchtern sein, angetan mit dem Panzer des Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung zur Seligkeit."
1. Thessalonicher 5:2


1. Thessalonicher 5:3


1. Thessalonicher 5:4

1. Thessalonicher 5:5


1. Thessalonicher 5:6


1. Thessalonicher 5:7


1. Thessalonicher 5:8
Der Dieb in der Nacht

Die Welt schläft und ist in Finsternis. Sie erkennt keine Zeichen, keine Signale oder Hinweise. Daher wird sie jäh überrascht.

Wir aber sind nicht in der Finsternis. Uns ergreift der Tag des Herrn nicht wie ein Dieb in der Nacht. Wahre, lebendige, nicht eingeschlafene Christen sind wach, sind wachend, wenn der Herr Jesus Christus kommen wird.

Schlafen tun jene, die keinen Glauben an den Herrn Jesus Christus haben, die trunken sind von weltlichen Dingen.

Es muss also Dinge geben, woran wir gleich einer Uhr abschätzen können, wann der Herr Jesus wieder kommen wird. Keine Uhrzeit, damit wir uns noch vorher ein Päuschen genehmigen können, keine exakte Zeit, damit wir uns keinen Wecker stellen, sondern der Herr gab uns ein Zeitfenster, einen Bereichszeitraum, in dem wir ihn erwarten können und sollen. Man denke hier an den Ausspruch Jesu in seinen Reden über seine Wiederkunft:
3 c)
"Also auch wenn ihr das alles sehet, so wisset, daß es nahe vor der Tür ist."
Matthäus 24:33
Gerade in diesem Abschnitt hat Jesus Christus auch von dem Dieb in der Nacht gesprochen, gewarnt nicht zu schlafen, gerüstet zu sein:
"Darum wachet, denn ihr wisset nicht, welche Stunde euer HERR kommen wird."

"Das sollt ihr aber wissen: Wenn der Hausvater wüßte, welche Stunde der Dieb kommen wollte, so würde er ja wachen und nicht in sein Haus brechen lassen."

"Darum seid ihr auch bereit; denn des Menschen Sohn wird kommen zu einer Stunde, da ihr's nicht meinet."
Matthäus 24:42

Matthäus 24:43


Matthäus 24:44
Jesus gibt uns also Vorankündigungen für sein Kommen. Trotzdem wird es überraschend geschehen, zu einer Stunde, da keiner es erwartete.

Es ist für die Auslegung der Bibel von wesentlicher Bedeutung, Schlüsselwörter zu beachten. In den Abschnitten aus Matthäus 24 und 1. Thessalonicher ist ein solches enthalten. „Jesus kommt wie ein Dieb“. Fährt man fort, Parallelstellen hierzu auszuspüren, findet man außer im Petrusbrief in der Offenbarung folgende Verse:
"So gedenke nun, wie du empfangen und gehört hast, und halte es und tue Buße. So du nicht wirst wachen, werde ich über dich kommen wie ein Dieb, und wirst nicht wissen, welche Stunde ich über dich kommen werde."

"Siehe, ich komme wie ein Dieb. Selig ist, der da wacht und hält seine Kleider, daß er nicht bloß wandle und man nicht seine Schande sehe."

"Und er hat sie versammelt an einen Ort, der da heißt auf hebräisch Harmagedon."

"Und der siebente Engel goß aus seine Schale in die Luft; und es ging aus eine Stimme vom Himmel aus dem Stuhl, die sprach: Es ist geschehen."
Offenbarung 3:3



Offenbarung 16:15


Offenbarung 16:16

Offenbarung 16:17
Es ist klar ersichtlich, dass der erste Vers sich eindeutig an die Gemeinde in Sardes gerichtet ist. Dieser Vers ist aber ohne zeitlichen Bezug. Wann Jesus wie ein Dieb kommt wird aber in Offenbarung16 beantwortet. Jesus kommt beim Krieg bei Harmagedon wie ein Dieb in der Nacht.

Betrachtet man nun die Zusammenhänge um Harmagedon, wird klar, dass dies die letzte Schlacht um Jerusalem darstellt, die durch Jesu Wiederkunft beendet wird. Folglich erfüllt sich die Ankündigung an die Gemeinde zu Sardes in Offenbarung 16 in der 7. Zornesschale zum Ende der großen Trübsal. Dies zeigt, wie sehr die Gemeinde in das Geschehen der Offenbarung hineingenommen ist. Sie ist ständig gegenwärtig und wird immer wieder angesprochen, gewarnt und getröstet.

Es wird durch den Schlüsselbegriff „Dieb“ Matthäus 24, 1. Thessalonicher, und Offenbarung 3 und 16 verbunden. Jesus erscheint also der Gemeinde zum Ende der Trübsal wie ein Dieb in der Nacht, mit Vorankündigung, dennoch unerwartet. Dieser Dieb kündigt sich der Gemeinde an und kommt unerwartet zum Ende der ganzen endzeitlichen Gerichte, nach der letzten Zornesschale.

Bereits diese Querverbindung zeigt für sich alleine, wie einheitlich die Bibel in ihrem Zeugnis ist. Jedes Wort hat seine Bedeutung und Richtigkeit. Die Bibel ist weitestgehend wörtlich zu nehmen, nicht zu vergeistigen und nicht durch „Brillen“ außerbiblischer Lehren zu interpretieren. Legt man diese Brillen zur Seite, öffnet sich die Bibel in einer Tiefe und Weite, die vorher unerkannt blieb. Daher ist die Lehre der Vorentrückung nicht nur hinsichtlich der mangelhaften Vorbereitung der Gemeinde auf die auf sie zukommenden Gefahren der Trübsal extrem gefährlich, sie trübt auch der Gemeinde das Verständnis für das Wort Gottes. Doch noch sind die maßgeblichen Stellen noch nicht abschließend behandelt.
Die Verwirrung in Thessalonik

Betrachten wir aber weiter die Stellen aus dem Thessaloniker Brief. Offensichtlich hat aber Paulus die Gläubigen in Thessalonich überschätzt. Statt Tröstung und Nüchternheit hat sein Brief Verwirrung gestiftet. Wir wissen dies daran, dass Paulus kurz nach seinem ersten Brief einen 2. schreib, um etliche Dinge klar zu stellen. Die Gemeinde hat anscheinend die Zeitangaben aus dem ersten Brief und die Aussage, dass nicht alle Gläubigen verstorben sind, wenn Jesus wieder kommt, so verstanden, als wenn die Wiederkunft, die Entrückung kurz bevorstehe. Es gab sogar eine nicht zu geringe Strömung, die behauptete, die Entrückung sei bereits geschehen. Statt Nüchternheit und Trost führt der Brief zu Panik, Depression oder vielleicht auch zu Endzeiteuphorie. Aus der jüngeren Vergangenheit kennen wir diese Phänomene. Alles Eigentum wurde verkauft, die Ausbildung oder der Beruf beendet und enorme Evangelisationstätigkeit entwickelt.

Als aber zum angekündigten Zeitpunkt Jesus ausblieb, waren nicht nur viele finanziell ruiniert sondern erlitten auch im Glauben Schiffbruch. Mancher wurde hier zum Gotteslästerer. Leider haben viele diese falschen Lehren nicht abgetan, sondern die Wiederkunft Jesu vergeistigt und neue Lehren geschaffen. (Zeugen Jehova, Adventisten)

Anderseits führten diese Irrungen dazu, dass viele Jahre lang die Beschäftigung mit dem prophetischen Wort, der Endzeit verpönt war. Der Umgang mit dem prophetischen Wort darf daher nur mit großer Verantwortung und Kompetenz erfolgen. Für Spekulanten und Seelenfänger ist hier kein Platz. Zudem ist das prophetische Wort vorrangig für die Gemeinde gegeben, nicht für die Welt. Daher sollte eine Evangelisation nicht mit Endzeitstimmung angeheizt werden, dieses Strohfeuer bringt zumeist keinen echten Glauben. Vielmehr sollte der Hinweis auf unseren Tod, unsere persönliche Endzeit reichen.
3 d)
Was sagt 2. Thessalonicher 2:1-2 wirklich aus?

Paulus musste also die Thessalonicher auf den Boden der Tatsachen zurück führen. Irrwüchse zurück schneiden.

Betrachten wir also den Abschnitt aus 2. Thess. genauer.
3 e)
"Aber der Zukunft halben unsers HERRN Jesu Christi und unsrer Versammlung zu ihm bitten wir euch, liebe Brüder,"

"daß ihr euch nicht bald bewegen lasset von eurem Sinn noch erschrecken, weder durch Geist noch durch Wort noch durch Brief, als von uns gesandt, daß der Tag Christi vorhanden sei"
2. Thessalonicher 2:1


2. Thessalonicher 2:2
Vergleicht man die vielen Auslegungen dieses Abschnittes mit einander, fällt auf, dass hier viele einen Unterschied machen zwischen dem „Tag Christi“ und dem „Tag des Herrn“. Es wird zumeist argumentiert, dass mit dem „Tag des Herrn“ ein Gerichtsereignis, ein Tag des Zornes gemeint ist. In diesem Tag des Zornes soll die Gemeinde nicht hinein geraten. Dies wird mitunter mit 1. Thessalonicher 5:9 begründet:
"Denn Gott hat uns nicht gesetzt zum Zorn, sondern die Seligkeit zu besitzen durch unsern HERRN Jesus Christus,"
1. Thessalonicher 5:9
Es wird behauptet, dass hier Paulus von einem „Tag Christi“, unserer Entrückung einerseits und anderseits einem Gerichtstag über die Welt spricht. Das Gericht kann natürlicherweise erst nach Abschluss des antichristlichen Reiches erfolgen.

Am „Tag des Herrn“ tritt Jesus als Richter und Vollstrecker der Gerichte Gottes über diese Welt auf. Die Gemeinde ist zu diesem Zeitpunkt längst nicht mehr auf der Erde.

Jesus hat seine Gemeinde am „Tag Christi“ still und heimlich von der Erde genommen und zu sich in die Ewigkeit entrückt. Ebenso ist der Heilige Geist von der Erde genommen. Der Heilige Geist und die Gemeinde soll der unbekannte „der“ von 2. Thessalonicher 2:7 sein, der das Aufbrechen des Geheimnisses des Bösen bisher verhinderte. Menschen, die nach der Entrückung noch zum Glauben kommen, können dies nur noch im alttestamentlichem Sinne, dass heißt mit nicht bleibend gegebenen Heiligem Geist. Zudem müssen sie ihren Glauben mit dem Tod bezeugen. Die Märtyrer aus dem 5. Siegel der Offenbarung werden als diese Personengruppe gemeinhin angesehen. Diese Ansicht wird von über 90% der Gemeinden vertreten und daher leider nur noch selten hinterfragt. Historisch geht diese Lehre auf Darby, der prägenden Figur der Baptistenbewegung zurück. Sie stammt aus einer Zeit, als noch niemand an eine Staatsgründung Israels dachte und auch noch viele andere Zusammenhänge der Offenbarung unerschlossen waren.

Viele dieser kurz hier angeschnittenen Auslegungen klingen überaus einleuchtend. Sehr viele Bibelstellen untermauern die vorgestellten Meinungen. Was jedoch auffallend ist, dass die wenigsten Ausleger sich längere Zeit mit einem zusammenhängenden Abschnitt  beschäftigen, alle inneren Zusammenhänge und Aussagen innerhalb des Textes beleuchten und bewerten. Vielmehr wird aus 1. Thesalonicher 5:9 und 2. Thessalonicher 2:2 und 7 zitiert. Bruchstücke aus dem Alten Testament hinzugefügt und schließlich eine übersichtliche, plausible Auslegung gegeben.

Wie viel anders sieht aber eine eingehende Betrachtung des Abschnittes im Zusammenhang aus. Fangen wir also damit an:
Die Zukunft unseres Herrn

Paulus beginnt seine Ausführung mit dem Hinweis auf die Zukunft unseres Herrn Jesus Christus und unserer Versammlung mit ihm. Der  Begriff „Zukunft des Herrn“ klingt etwas sonderbar, wird aber in selber Weise im 1.Thessalonicher 4:15 und              2. Thessalonicher 2:8 nochmals genannt. Aus dem Zusammenhang mit anderen Stellen wird aber schnell klar, dass hier mit der Zukunft die Wiederkunft Jesu Christi gemeint ist:
3 f)
"Und als er auf dem Ölberge saß, traten zu ihm seine Jünger besonders und sprachen: Sage uns, wann wird das alles geschehen ? Und welches wird das Zeichen sein deiner Zukunft und des Endes der Welt?"

"Denn gleichwie ein Blitz ausgeht vom Aufgang und scheint bis zum Niedergang, also wird auch sein die Zukunft des Menschensohnes."

"Aber gleichwie es zur Zeit Noah's war, also wird auch sein die Zukunft des Menschensohnes."

"und achteten's nicht, bis die Sintflut kam und nahm sie alle dahin, also wird auch sein die Zukunft des Menschensohnes."

"Welchen Propheten haben eure Väter nicht verfolgt ? Und sie haben getötet, die da zuvor verkündigten die Zukunft dieses Gerechten, dessen Verräter und Mörder ihr nun geworden seid."

"Denn wer ist unsre Hoffnung oder Freude oder Krone des Ruhms? Seid nicht auch ihr es vor unserm HERRN Jesus Christus zu seiner Zukunft?"

"Denn das sagen wir euch als ein Wort des HERRN, daß wir, die wir leben und übrig bleiben auf die Zukunft des HERRN, werden denen nicht zuvorkommen, die da schlafen."
Matthäus 24:3



Matthäus 24:27


Matthäus 24:37

Matthäus 24:39


Apostelgeschichte 7:52



1. Thessalonicher 2:19


1. Thessalonicher 4:15
(viele Übersetzungen verwenden statt Zukunft den Begriff „Ankunft“, jedoch durchgehend und daher wäre obige Versliste stets mit „Ankunft“ zu schreiben. Die Gleichheit des Begriffes ändert dies also nicht)

Wie der Begriff „Dieb“ ist hier der Begriff „Zukunft“ ein Schlüssel zum Verständnis. Durch die gleichlautenden Stellen werden Verknüpfungen gegeben. In dieser Versliste zeigt der Begriff „Zukunft“ eindeutig auf die sichtbare Wiederkunft Jesu hin.

Bereits im ersten Vers setzt Paulus die sichtbare Wiederkunft Jesu mit der Entrückung gleich. Eine Trennung der Entrückung von der sichtbaren Wiederkunft Jesu ist unmöglich, da bei 1. Thessalonicher 4,15 ebenfalls die Zukunft Jesu, also seine Wiederkunft mit der Entrückung verknüpft ist.

Im Übrigen wird von vielen Auslegern, die der Vorentrückung zustimmen, eindeutig der Begriff „und unserer Versammlung zu ihm“ als Synonym für die Entrückung angesehen. Der Streitpunkt liegt nur darin, dass diese Ausleger den Begriff der „Zukunft unseres Herrn“ als stille Wiederkehr ansehen. Die obige Versliste zeigt aber anhand der Parallelstellen deutlich an, dass die Zukunft Jesu als der Welt sichtbare Wiederkunft gesehen werden muss. Gleich einem Blitz wird die Wiederkunft Jesu sichtbar von aller Welt wahrgenommen. Allein diese Parallele legt die Entrückung und die sichtbare Wiederkunft auf ein Ereignis.

Wir sehen daher, dass eine Trennung der 2 Verse auf 2 Ereignisse  sich aus dem Wort nicht ableiten lässt.  Es fällt weiter auf, dass die Vertreter der Vorentrückungslehre viel Mühe aufwenden, die Begriffe „Tag des Herrn“ und „Tag Christi“ zu trennen, keiner sich aber mit dem Begriff „Zukunft“ auseinander setzt. Dies zeigt wiederum, wie selektiv und unausgewogen diese Bibelauslegungen oft durchgeführt werden.
Die Verse von 1-8 vom 2. Thessalonicher 2 in ihrer Gesamtbotschaft

Paulus fährt dann mit der Warnung fort, dass weder Geistbotschaft noch Wort noch nach Paulus benannte Briefe die Gemeinde irreführen solle, dass der Tag Christi (andere Übersetzungen Tag des Herrn) da sei.  Kann hier mit dem Tag Christi ein anderes Ereignis, als die Wiederkunft Jesu gemeint sein? Wenn dem so sei, handelt Vers 1 von der Entrückung und Vers 2 von dem Gerichtstag nach der Entrückung. Sprachlich handelt es sich aber hier um einen in sich geschlossenen Satz. Freier ausgedrückt lauten Vers 1 bis 3 des 2. Thessalonicher-Briefes:

„Über die Wiederkunft unseres Herrn Jesus und unserer Vereinigung mit ihm bitten wir euch, liebe Brüder, dass ihr euch nicht so leicht durcheinander bringen lasst, sei es durch Geistbotschaft, Worte oder angeblich von uns verfasste Briefe, die sagen, dass der Tag der Christi da sei. Lasst euch in von niemanden in irgend einer Weise verführen, denn dieser Tag kommt erst, wenn der Abfall gekommen ist und der Sohn der Sünde sich geoffenbart hat ....“

Sprachlich ist hier der Tag Christi das selbe wie der Tag der Wiederkunft Jesu und daher auch der Tag der Entrückung.
In den Versen 3-8 wird nun genauer auf die Dinge, die vorher geschehen müssen, eingegangen:
3 g)
"Lasset euch niemand verführen in keinerlei Weise; denn er kommt nicht, es sei denn, daß zuvor der Abfall komme und offenbart werde der Mensch der Sünde, das Kind des Verderbens,"

"der da ist der Widersacher und sich überhebt über alles, was Gott oder Gottesdienst heißt, also daß er sich setzt in den Tempel Gottes als ein Gott und gibt sich aus, er sei Gott."

"Gedenket ihr nicht daran, daß ich euch solches sagte, da ich noch bei euch war ?"


"Und was es noch aufhält, wisset ihr, daß er offenbart werde zu seiner Zeit."

"Denn es regt sich bereits das Geheimnis der Bosheit, nur daß, der es jetzt aufhält, muß hinweggetan werden;"

"und alsdann wird der Boshafte offenbart werden, welchen der HERR umbringen wird mit dem Geist seines Mundes und durch die Erscheinung seiner Zukunft ihm ein Ende machen,"
2. Thessalonicher 2:3



2. Thessalonicher 2:4


2. Thessalonicher 2:5


2. Thessalonicher 2:6

2. Thessalonicher 2:7


2. Thessalonicher 2:8
Bevor Jesus sichtbar erscheint geschehen folgende Dinge:
es geschieht ein Abfallen vom Glauben, da in der Bibel Namenschristen und Ungläubige gleich gestellt sind und daher wie ungläubig nicht vom Glauben abfallen können, muss dieser Abfall in den Gemeinden mit bekennenden Christen erfolgen, es können auch Menschen innerhalb der Gemeinde gemeint sein, die annehmen, Christen zu sein, es aber nicht sind
1.
1. Johannes 2:19
"Sie sind von uns ausgegangen, aber sie waren nicht von uns. Denn wo sie von uns gewesen wären, so wären sie ja bei uns geblieben; aber es sollte offenbar werden, daß nicht alle von uns sind."
es wird ein Mensch, genannt der Sohn der Sünde, vielfach Antichrist genannt auftreten

er wird sich über alles, was mit Gott oder Gottesdienst zu tun hat, hinweg setzen

er setzt sich in den Tempel Gottes und gibt sich als Gott aus

bevor diese Person sich offenbaren  und wirken kann, muss ein „der es aufhält“ hinweg getan werden

der Herr selbst wird bei seiner Wiederkunft den Antichristen töten
2.

3.

4.

5.

6.
Wie wichtig es ist, Schlüsselbegriffe zu beachten, zeigen die Verse 1 und 8. In beiden Versen wird von der Zukunft des Herrn Jesus gesprochen. Es handelt sich hier um ein Ereignis. Die Verse 1 und 8 im Zusammenhang betrachtet, folgert, dass Jesus bei seiner Wiederkunft, welche mit der Entrückung zeitlich zusammenfällt, auch gleich das Reich den Antichristen und den Antichristen zerstören wird. Wenn Jesus seine Gemeinde holt, wird er gleichzeitig alle weltlicher Macht beenden. Die Zukunft Jesu und unsere Versammlung mit ihm fällt mit dem Ende des Antichristen zusammen. Diese beiden Ereignisse sind durch die Wortwahl von V1 und V8 untrennbar verbunden.

Da die wenigsten Ausleger diese Verknüpfung erkannt und berücksichtigt haben, dies aber für das Gesamtverständnis von zentraler Bedeutung ist, sind beide Verse nochmals zitiert:
"Aber der Zukunft halben unsers HERRN Jesu Christi und unsrer Versammlung zu ihm bitten wir euch, liebe Brüder,"

"und alsdann wird der Boshafte offenbart werden, welchen der HERR umbringen wird mit dem Geist seines Mundes und durch die Erscheinung seiner Zukunft ihm ein Ende machen,"
2. Thessalonicher 2:1


2. Thessalonicher 2:8
Mit dem Erscheinen Jesu Christi als Herrscher der Erde wird die Macht des Antichristen, jedes Reich dieser Welt beendet werden (vgl. Offenbarung 19). Parallel erfolgt aber die Heimholung der Gemeinde Jesu. Beide Ereignisse fallen zusammen.
Mit der Wiederkunft Jesu werden folgende Linien beendet:
alle weltliche Macht und Reiche sind zu Ende und Jesus Christus tritt seine ewige Herrschaft an (Offenbarung 11)

die Zeit der Heiden ist beendet, die Vollzahl der Heiden ist bekehrt, so dass die Decke von Israel genommen wird (Römer 12)

die Gemeinde, das Weib, die Braut Christi ist vollendet

Israel wird wieder von Gott angenommen und wird im 1000-jährigem Reich eine besondere Stellung einnehmen
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Zusammenfassung der bisherigen Ergebnisse:
1. Korinther 15 und Offenbarung 10 sind mit dem Begriff "letzte Posaune" bzw. "7. Posaune" (der letzten der 7) verbunden, zudem wird in der "7. Posaune" das Geheimnis Gottes, die Gemeinde vollendet, dies geschieht in der Entrückung

Der Begriff „Dieb“  verbindet Matthäus 24, 1. Thessalonicher 5, Offenbarung 3 und Offenbarung 16 miteinander, so dass die Gemeinde offensichtlich noch während der Schalengerichte auf der Erde ist, somit die Entrückung erst danach erfolgen kann

Der Begriff „Zukunft“ des Herrn verbindet Matthäus 24, 1. Thessalonicher 4, 2. Thessalonicher 2:1,8 zu einem Ereignis, so dass sichtbare Wiederkunft Jesu mit Blitz, Entrückung, Tod des Antichristen auf ein Ereignis zusammenfällt

Die Begleitumstände, der genannte Lärm bei der Entrückung spricht gegen eine stille, unbemerkte Entrückung
1.


2.




3.



4.
Aus der bisherigen Behandlung des Themas ist daher klar abzuleiten, dass die Entrückung nicht vor der sichtbaren Wiederkunft Jesu erfolgen kann. Diese klaren und umfassenden Aussagen des Neuen Testaments lassen keinen Platz für die Annahme einer stillen und vor der Welt verborgenen Entrückung lange vor der sichtbaren Wiederkunft Jesu am Ölberg.
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