Die Entrückung (vor der großen Trübsal oder nicht?)

Im folgenden werden weitere Hinweise und Punkte hierfür behandelt. Doch zunächst ist eine sehr wichtige Frage im Zusammenhang mit den Begriffen der Offenbarung zu behandeln, die weitere Anhaltpunkte für den Zeitpunkt der Entrückung geben wird:

Die Braut Jesu, das Weib und die Gemeinde - die Gemeinde in Offenbarung ab Kapitel 4

Wie kann man die Braut Jesu, das Weib der Offenbarung und die Gemeinde als das Selbe ansehen? Viele Ausleger trennen diese Dinge wie folgt:
Für sie ist die Braut Christi Israel bzw. der gläubige Überrest. Dies wird daraus gefolgert, dass Gott Israel oftmals im Alten Testament  als seine Braut bezeichnet hat, die aufgrund ihres Götzendienstes dann zur Hure wurde. Gleichzeitig wird die Braut Christi auch als Weib bezeichnet (vgl. Epheser 5). Da nach der Vorentrückungslehre die Gemeinde nicht mehr während der Trübsal auf der Erde ist, jedoch die 144000 bekehrten Israeliten, wird nur angenommen, dass das gläubige Israel in der Zeit der Bedrückung durch den Antichristen flüchten muss ( vgl. Offenbarung 12 viele nehmen hier Petra, eine Felsenstadt in der Wüste Jordaniens als Fluchtort an). Man stellt sich das Szenario oft wie folgt vor:

Ab Kapitel 4 ist die Gemeinde nicht mehr in der Offenbarung erwähnt und durch die Entrückung von der Erde genommen. Heilsgeschichtlich ist das Zeitalter der Gemeinde beendet. Israel wird wieder erwählt. Mit der Entrückung ist das Zeitalter der Gemeinde beendet und nach Römer 9 folgende die Verstockung Israels beendet, so dass eine große Erweckung in Israel geschehen kann. Diese versiegelten 144.000 stellen das Volk Gottes der Endzeit dar.
Der Heilige Geist wirkt nur noch wie im alten Testament (wird nicht mehr bleibend gegeben). Der nach der Entrückung gläubig gewordene Überrest Israels (nach Röm. 12) wird nun in dieser Zeit besonderer Bedrückung und Trübsal ausgesetzt sein. In dieser Zeit wird dieser Überrest in die Wüste (nach Petra?) flüchten und dort von Gott auf wundersame Weise ernährt und bewahrt, bis er bei der sichtbaren Wiederkunft Jesu zu Gott genommen wird. (Offenbarung 19, Matthäus 24:27 folgende)
„Heilige“, „Erwählte“, „Berufene“

Es ist sicherlich so, dass mit Kapitel 4 der Offenbarung das Wort Gemeinde nicht mehr vorkommt. Dies liegt aber eher daran, dass der Begriff Gemeinde gerade durch die Botschaft an die 7 Engel der Gemeinden in Kleinasien Eingang in die Offenbarung fand. Es gibt auch Briefe des Neuen Testaments, in denen der Begriff „Gemeinde“ nicht vorkommt, dennoch richtet er sich an die Gemeinde Jesu und die Heiligen. (z.B. Titus, 2. Timothäus, 1. und 2. Petrus, 1. und 2. Johannes, Judas). Für die Gemeinde werden oft andere Begriffe wie „Heilige“, „Erwählte“, „Berufene“ verwendet. Jene Begriffe finden sich sehr wohl in der Offenbarung:
1.
"und die Heiden sind zornig geworden, und es ist gekommen dein Zorn und die Zeit der Toten, zu richten und zu geben den Lohn deinen Knechten, den Propheten, und den Heiligen und denen, die deinen Namen fürchten, den Kleinen und Großen, und zu verderben, die die Erde verderbt haben."

"Und ward ihm gegeben, zu streiten mit den Heiligen und sie zu überwinden; und ward ihm gegeben Macht über alle Geschlechter und Sprachen und Heiden."

"So jemand in das Gefängnis führt, der wird in das Gefängnis gehen; so jemand mit dem Schwert tötet, der muß mit dem Schwert getötet werden. Hier ist Geduld und Glaube der Heiligen."

"Hier ist Geduld der Heiligen; hier sind, die da halten die Gebote Gottes und den Glauben an Jesum."

"Und der Drache ward zornig über das Weib und ging hin zu streiten mit den übrigen von ihrem Samen, die da Gottes Gebote halten und haben das Zeugnis Jesu Christi."
Offenbarung 11:18



Offenbarung 13:7


Offenbarung 13:10


Offenbarung 14:12

Offenbarung 12:17
Es sind also sehr wohl Heilige, Gläubige in der Offenbarung erwähnt. An 2 Stellen wird noch der Hinweis auf den Glauben an Jesus Christus bzw. das Zeugnis Jesu Christi genannt. Auch ein Volk, welches die Hure Babylon zu verlassen hat, wird in Offenbarung 18:4 genannt.

Ein weiteres wichtiges Indiz ist die Hure Babylon bzw. die Stadt Babylon. Diese wird erst zum Ende der Herrschaft des Antichristen zerstört (Offenbarung18). Die allermeisten Ausleger (auch jene, welche die Braut und Gemeinde als getrennte Gruppen sehen), setzen hier die katholische Kirche, das Papsttum ein. Die Ausführungen aus Offenbarung17 als auch die Parallelen zwischen dem altbabylonischen Mysterienkulten und dem Katholizismus machen diese Gleichsetzung glaubhaft.

Juden waren und sind aber nie Teil dieses Gebildes gewesen, vielmehr hat die Kirche seit jeher grausam und blutig die Juden verfolgt. Trotzdem wird aber gesagt:
"Und ich hörte eine andere Stimme vom Himmel, die sprach: Gehet aus von ihr, mein Volk, daß ihr nicht teilhaftig werdet ihrer Sünden, auf daß ihr nicht empfanget etwas von ihren Plagen! "
Offenbarung 18:4
Hier können keine Juden gemeint sein. Welches andere Volk als die Gemeinde hat aber dann noch Gott auf dieser Welt als  seine Gemeinde. Gerade die Gemeinde ist wie heute noch deutlich sichtbar, an vielen Stellen mit der Kirche stark verknüpft, vielfach Teil dieser Kirche.

Die Annahme, dass die Gemeinde ab Kapitel 4 nicht mehr in der Offenbarung vorhanden sei, ist nicht biblisch begründet.
Kann nun trotzdem zwischen der Braut, dem Weib und der Gemeinde unterschieden werden?

Aus Römer 12 wissen wir, dass die Gemeinde des neuen Bundes aus Gläubigen aus Juden und Heiden besteht. Paulus geht sogar noch weiter. Er sagt, dass wir Heidenchristen in den Ölbau Israel eingepfropft sind, d.h. nicht beide werden zu einem Neuen, sondern die Gemeinde den Neuen Testaments wird auf die Gemeinde des Alten Testaments aufgesetzt.
"Ist der Anbruch heilig, so ist auch der Teig heilig; und so die Wurzel heilig ist, so sind auch die Zweige heilig."

"Ob aber nun etliche von den Zweigen ausgebrochen sind und du, da du ein wilder Ölbaum warst, bist unter sie gepfropft und teilhaftig geworden der Wurzel und des Safts im Ölbaum,"

"so rühme dich nicht wider die Zweige. Rühmst du dich aber wider sie, so sollst du wissen, daß du die Wurzel nicht trägst, sondern die Wurzel trägt dich."

"So sprichst du: Die Zweige sind ausgebrochen, das ich hineingepfropft würde."

"Ist wohl geredet! Sie sind ausgebrochen um ihres Unglaubens willen; du stehst aber durch den Glauben. Sei nicht stolz, sondern fürchte dich."

"Hat Gott die natürlichen Zweige nicht verschont, daß er vielleicht dich auch nicht verschone."

"Darum schau die Güte und den Ernst Gottes: den Ernst an denen, die gefallen sind, die Güte aber an dir, sofern du an der Güte bleibst; sonst wirst du auch abgehauen werden."

"Und jene, so nicht bleiben in dem Unglauben, werden eingepfropft werden; Gott kann sie wohl wieder einpfropfen."

"Denn so du aus dem Ölbaum, der von Natur aus wild war, bist abgehauen und wider die Natur in den guten Ölbaum gepfropft, wie viel mehr werden die natürlichen eingepfropft in ihren eigenen Ölbaum"
Römer 11:16


Römer 11:17


Römer 11:18


Römer 11:19

Römer 11:20


Römer 11:21

Römer 11:22


Römer 11:23


Römer 11:24
Paulus verwendet hier das Bild eines veredelten Baumes. Ein Gärtner schneidet den treibenden Ast eines Baumes ab und setzt hier einen abgeschnittenen Ast eines anderen Baumes an. Der angesetzte Ast wächst in eigener Art, jedoch aus dem Saft und der Wurzel des alten Asts. Die Gemeinde des Alten und des Neuen Bundes werden zu einer Einheit, einem Baum Gottes. Das Weib aus Off.enbarung12 entspricht genau diesem Bild: Der Überrest Israels gebar den Herrn und Heiland. Danach verfolgt der Teufel das Weib, so dass diese 3 ½ Jahre sich in der Wüste verbergen muss. Da die 3 ½ Jahre der Regierungszeit des Antichristen (offenbarung 13) entsprechen und dessen Zeit durch die Wiederkunft Jesu beendet wird, wird das Weib aus der Wüste heraus entrückt.

Bis zur Wiederkunft Jesu wird aber Israel Jesus nicht als ihren Messias anerkennen:
"Aber über das Haus David und über die Bürger zu Jerusalem will ich ausgießen den Geist der Gnade und des Gebets; und sie werden mich ansehen, welchen sie zerstochen haben, und werden um ihn klagen, wie man klagt um ein einziges Kind, und werden sich um ihn betrüben, wie man sich betrübt um ein erstes Kind."
Sacharja 12:10

Das Weib

Erst, wenn Jesus sichtbar am Ölberg Israel erscheint, wird Israel ihn erkennen und als Messias annehmen. Vorher erfolgt keine Bekehrung des Volkes Israel. Vielmehr werden sie mit dem Antichristen ein Bündnis machen und diesen sogar als ihren Messias annehmen.

Jene, die sich durch das Sehen des Herrn bekehren, also nicht durch Glauben, nehmen nicht an der Entrückung und
ersten Auferstehung teil. An der Entrückung nehmen nur Gläubige aus Juden und Heiden teil. Diese Entrückung wird in Offb. 19 beschrieben. Das Weib ist daher nicht identisch mit dem Volk Israel. Daher handelt es sich bei dem Weib aus Offenbarung 12 um den gläubigen Überrest während des alten Bundes und den bekehrten Heiden und Juden aus dem neuen Bundes, also genau dem Bild der Gemeinde, welches uns Paulus gegeben hat.

Noch deutlicher wird dies in Offenbarung 21:
2.
"Und es kam zu mir einer von den sieben Engeln, welche die sieben Schalen voll der letzten sieben Plagen hatten, und redete mit mir und sprach: Komm, ich will dir das Weib zeigen, die Braut des Lammes."

"Und sie hatte eine große und hohe Mauer und hatte zwölf Tore und auf den Toren zwölf Engel, und Namen darauf geschrieben, nämlich der zwölf Geschlechter der Kinder Israel."

"Vom Morgen drei Tore, von Mitternacht drei Tore, vom Mittag drei Tore, vom Abend drei Tore."

"Und die Mauer der Stadt hatte zwölf Grundsteine und auf ihnen Namen der zwölf Apostel des Lammes."
Offenbarung 21:9



Offenbarung 21:12


Offenbarung 21:13

Offenbarung 21:14
Das neue Jerusalem wird hier gleichgesetzt dem Weib und der Braut. Alle diese Begriffe sind hier austauschbar gleichberechtigt. Die Tore sind mit den 12 Geschlechtern Israels benannt, die Mauern auf den Namen der 12 Apostel gegründet. Auch hier finden wir also die untrennbare Verbindung der Gemeinde des alten und neuen Bundes in der Braut.

Sehr wohl trennt die Offenbarung die einzelnen Gruppen teils sehr deutlich ab. Wir finden folgende Gruppen:
-     die 144000 aus dem Volk Israel

-     die unzählige Schar aus allen Völkern und Nationen

-     die Märtyrer
Jede dieser Gruppen ist aber immer an das Lamm, dem Symbol für den Opfertod Jesu und unserer Errettung durch ihn gekoppelt (Offenbarung 6:14; 14:10; 20:4)

Einen weiteren Hinweis gibt uns die Offenbarung mit folgenden Querverbindungen:
"Wer überwindet, den will ich machen zum Pfeiler in dem Tempel meines Gottes, und er soll nicht mehr hinausgehen; und will auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen des neuen Jerusalem, der Stadt meines Gottes, die vom Himmel herniederkommt von meinem Gott, und meinen Namen, den neuen."

"Und es kam zu mir einer von den sieben Engeln, welche die sieben Schalen voll der letzten sieben Plagen hatten, und redete mit mir und sprach: Komm, ich will dir das Weib zeigen, die Braut des Lammes."

"Und er führte mich hin im Geist auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die große Stadt, das heilige Jerusalem, herniederfahren aus dem Himmel von Gott,"
Offenbarung 3:12




Offenbarung 21:9



Offenbarung 21:10
Die Gemeinde in Philadelphia erhält die Zusage, Teil des neuen Jerusalem zu werden, weil sie sich bewahrt hat. Diese Zusage wird in Offenbarung 21:10 erfüllt. Somit ist die Gemeinde Teil des neuen Jerusalem. Anderseits wird die Braut des Lammes mit dem Weib gleichgesetzt und beide sind gleich dem neuen Jerusalem. Daher sind sowohl mit Braut und Weib in der Offenbarung die Gemeinde Jesu gemeint.

Über das Weib wird in der Offenbarung weiter berichtet:
"Lasset uns freuen und fröhlich sein und ihm die Ehre geben ! denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und sein Weib hat sich bereitet."

"Und es ward ihr gegeben, sich anzutun mit reiner und schöner Leinwand. (Die köstliche Leinwand aber ist die Gerechtigkeit der Heiligen.)"

"Und er sprach zu mir: Schreibe: Selig sind, die zum Abendmahl des Lammes berufen sind. Und er sprach zu mir: Dies sind wahrhaftige Worte Gottes."

"Und ich fiel vor ihn zu seinen Füßen, ihn anzubeten. Und er sprach zu mir: Siehe zu, tu es nicht! Ich bin dein Mitknecht und deiner Brüder, die das Zeugnis Jesu haben. Bete Gott an ! (Das Zeugnis aber Jesu ist der Geist der Weissagung.)"

"Und ich sah den Himmel aufgetan; und siehe, ein weißes Pferd. Und der daraufsaß, hieß Treu und Wahrhaftig, und er richtet und streitet mit Gerechtigkeit."
Offenbarung 19:7


Offenbarung 19:8


Offenbarung 19:9


Offenbarung 19:10



Offenbarung 19:11
Dieser Vers 7 liegt direkt vor der sichtbaren Wiederkunft Jesu als Richter dieser Welt. Das Weib, die Gemeinde aus Juden und Heiden, diese Gemeinde ist  zur Hochzeit, zum Abendmahl des Lammes berufen:
"Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus;"

"das ist mein Blut des neuen Testaments, welches vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden."

"Ich sage euch: Ich werde von nun an nicht mehr von diesen Gewächs des Weinstocks trinken bis an den Tag, da ich's neu trinken werde mit euch in meines Vaters Reich."

"Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. So jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich eingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir."
Matthäus 26:27

Matthäus 26:28


Matthäus 26:29


Offenbarung 3:20
Auch die Parallelen über das Abendmahl zeigen klar an, dass die Gemeinde, das Weib bzw. die Braut Christi, zum Abendmahl, zur Hochzeitsfeier bei Jesus berufen ist und dieses Ereignis erst bei der sichtbaren Wiederkunft stattfinden wird.

Die oben kurz dargestellte Lehre von der Braut Christi als einem von der Gemeinde Jesu getrennten Teil ist daher falsch. Man kann sie als Resultat der Vorentrückungslehre sehen, da aufgrund dieser Lehre die Gemeinde in der Offenbarung nicht mehr erkannt wurde.
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