Die Entrückung (vor der großen Trübsal oder nicht?)

Die Frage der Bibelauslegung

Beginnen wir nun daher die Bibel hinsichtlich unserer Fragestellung nach dem richtigem Zeitpunkt der Entrückung zu studieren. Die Bibel besteht aus 66 Büchern die über einen Zeitraum von über 1400 Jahre geschrieben wurden. Wo sollte daher unser Studium beginnen? Welche Stelle ist zuerst zu beleuchten?

Die grundlegende Problematik der Bibelauslegung und auch eine wesentliche Ursache für Lehrunterschiede liegt darin, dass zwar die Bibel als 100% unfehlbares und von Gott inspirierte Schrift anerkannt wird, jedoch der Sinn, der den jeweiligen Begriffen und Aussagen gegeben wird, erheblich differiert.  Beispielsweise glauben die Zeugen Jehova nicht, dass irgendwann einmal die Erde mit Krachen vergehen wird und Gott uns eine neue Erde und einen neuen Himmel geben wird. Sie glauben vielmehr, dass die Erde ewig besteht und nur von Gott gleich einem Globus nur abgestaubt wird. Diese Lehre wird mit Prediger 1 Vers 4 begründet: „... die Erde bleibt aber ewiglich“. Andere Bibelstellen wie 2. Petrus 3, 10: „.. an welchem die Himmel zergehen werden mit großem Krachen; die Elemente aber werden vor Hitze schmelzen, und die Erde und die Werke, die darauf sind, werden verbrennen“ Vers 13 „Wir warten aber eines neuen Himmels und einer neuen Erde“ oder  Offenbarung 21.1 „Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde, die der erste Himmel und die erste Erde  verging und das Meer ist nicht mehr“ werden uminterpretiert oder gar ignoriert.

Der grundlegende Fehler in der Bibelauslegung der Zeugen Jehovas liegt darin, dass eine einzelne Stelle über die Maßen betont wird und klare, unzweideutige Aussagen vergeistigt werden und der direkte Wortsinn vernebelt wird. In der Gesamtheit aller Bibelstellen zur Zukunft unserer Erde wird klar, dass diese vergehen wird. Gott schafft eine neue Erde. Betrachtet man die Stelle in Prediger genauer, wird klar, dass hier nicht eine Aussage über die Erde, sondern über die Endlichkeit und Nichtigkeit menschlichen Daseins getroffen wird. In Anbetracht unserer kurzen Lebensdauer ist die Existenz der Erde „ewig“, jedoch nicht in absoluter Hinsicht. Zudem ist Prediger als Dichtung abgefasst und daher poetisch ausgeschmückt, es gilt hier daher den genauen Wortsinn und die Gesamtaussage der Bibel immer hinzu zu ziehen. Grundsätzlich gilt für die Auslegung immer das Prinzip der 2 Zeugen. Jede wichtige Aussage der Bibel muss immer auf 2 unabhängige Zeugen, hier also 2 unabhängigen Bibelstellen gegründet sein.

Das 2. Problem der Bibelauslegung ist die Mehrdeutigkeit der Auslegung. Man kann jede Bibelstelle in vielfacher Weise auslegen. Erschreckend klar wird es einem, wenn man  esoterische oder auch okkulte Bücher studiert. Ohne weiteres können über 5 Bibelverse je Seite verwendet sein, das Buch macht einen frommen Eindruck. Jedoch sind die Verse oft völlig aus dem Zusammenhang gelöst und die Bedeutung zentraler Begriffe völlig verändert. Wie anders ist sonst zu erklären, dass die Kirchen ihre Toleranz gegenüber Homosexualität mit dem Gebot der Nächstenliebe begründet und behauptet, dass die Bibel die Homosexualität nicht verdammt. Aussagen des Paulus im Römerbrief oder bei Moses werden einfach als nicht mehr relevante, nur kurzzeitig gültige Aussagen entwertet. Es ist daher für eine Bibelauslegung unerlässlich, die Gesamtheit der Schrift zu betrachten, eine oder wenige Stellen allein bergen die Gefahr der Fehlinterpretation.

Es bleibt also festzuhalten, dass man bei der Auslegung der Bibel folgende  Punkte unbedingt beachten muss:
Texte soweit möglich wörtlich nehmen

Texte nur im Kontext betrachten

Umfassende, unstrittig klare Aussagen, Textstellen haben vorrang

Die Bibel vertritt nicht widersprechende Meinungen/Ansichten, ist in ihrer Aussage übereinstimmend, d.h. jede Auslegung muss daher           harmonisch mit dem Gesamtzeugnis der Bibel sein
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