Kann ein Wiedergeborener verloren gehen?

Dies ist ein sehr heißes, umstrittenes Thema. Heftige Worte fallen oft und harte Fronten bilden sich.
Alle berufen sich auf die Schrift und am Ende kommt man nicht weiter.  

Wenn man mich fragt, so  denke ich, dass beide Parteien Recht haben. Beide haben jeweils die Gefahren der Meinung durchschaut, die sie bekämpfen und haben darin Recht. Aber öffnet "Rechthaben" die Augen für die Gefahren des eigenen Standpunktes?

Man kann in dieser Sache auf beiden Seiten vom Pferd fallen. Wenn es dazu nur einen absoluten Standpunkt gibt, muss die jeweilige Partei, Bibelstellen der anderen Partei verbiegen, um sie passend zu ihrer Meinung zu machen.

Kommen wir zu Standpunkt Nummer 1:
Hier ist uns zugesagt, dass der Herr uns hält. Es ist also nicht möglich, verloren zu gehen. Diese Stellen müssen unser Trost sein, wenn wir nicht verzweifeln wollen. Sie haben mich in manchen dunklen Stunden gehalten und getröstet.
Und ich glaube, dass ich sicher bin in den Armen des Herrn Jesus. ER ist so stark, dass ER mich vor mir selber bewahren kann. Wenn ich das nicht wüßte, müsste ich verzweifeln, weil ja dann das Heil im letzten Grunde von meiner Kraft abhinge. Aber ich darf ruhen im Opfer Christi, bin zur Ruhe gekommen in Seinem Werk: „Es ist vollbracht“.
Daher glaube ich fest, dass ich nicht mehr verloren gehen kann. Es ist ein Trost, für arme, willensschwache Menschen, wie ich es oft bin.

Diese Stellen sind klare Aussagen und wir dürfen Diese nicht verbiegen, um den an sich selbst  verzweifelten Menschen nicht in den Abgrund zu stürzen. Um Diesen nicht dahin zu bringen, in sich selber vergeblich etwas zu suchen, womit er bis ans Ende beharren könnte. Diese Wahrheiten zu ergreifen ist Freiheit in Christus von den eigenen Erlösungsversuchen.
Ein Wiedergeborener Gläubiger kann nicht verloren gehen!
"Der Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer denn alles; und niemand kann sie aus meines Vaters Hand reißen."

"Und bin desselbigen in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird’s auch vollführen bis an den Tag JEsu Christ."

"welcher auch wird euch fest behalten bis ans Ende, daß ihr unsträflich seid auf den Tag unsers HErrn JEsu Christi."


Johannes 10:29


Phillipper 1:6


1. Korinther 1:8
Ein Wiedergeborener Gläubiger kann verloren gehen! 
Hierzu gibt es unter vielen folgende Stellen:
Und nun zu Standpunkt Nummer 2:
Einige von vielen Bibelstellen, die das beweisen:
Offenbarung 3:5
"..und ich werde seinen Namen nicht austilgen aus dem Buch des Lebens"
Das kann der Heiland nur sagen, weil es möglich ist, aus dem Lebensbuch ausgetilgt zu werden. Wer aber ausgetilgt ist, der ist verloren. Ins Lebensbuch kommen im neuen Bund nur die Wiedergeborenen. Die anderen sind von Natur Kinder des Zorns (Epheser 2)

Wenn es nicht möglich wäre, da ausgetilgt zu werden, könnte der Herr Jesus so was nie sagen!!! Denn es wäre eine leere Mahnung, die man gar nicht ernst nehmen kann, wenn man absolut glaubt, es sei unmöglich, verloren zu gehen!

Man kann als Gläubiger aus dem Lebensbuch ausgetilgt werden!
Galater 5:4
"Ihr habt Christum verloren, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, und seid von der Gnade gefallen."
Nur wenn ich Christus hatte, kann ich ihn verlieren, nur wenn ich in der Gnade war, kann ich aus dieser fallen. Wenn ich Christus verliere und aus der Gnade falle, bin ich verloren. Denn nur in Christus ist das Leben und in der Gnade die Errettung. Aus beiden kann man herausfallen und geht daher verloren.
Römer 11:21


Römer 11:22
"Hat GOtt der natürlichen Zweige nicht verschonet, daß er vielleicht dein auch nicht verschone."

"Darum schaue die Güte und den Ernst GOttes: den Ernst an denen, die gefallen sind, die Güte aber an dir, soferne du an der Güte bleibest; sonst wirst du auch abgehauen werden."
Israel ist zwar noch Gottes Volk. Aber wer nicht an den Herrn Jesus glaubt, ist verloren. Ein großer Teil dieses Volkes glaubt noch nicht und ist daher verloren. Paulus beschreibt es mit abgehauen. Auch wir als Gläubige können abgehauen werden und wie Israel in den Zustand des Verlorenseins kommen.
2. Petrus 2:20



2. Petrus 2:21
"Denn so sie entflohen sind dem Unflat der Welt durch die Erkenntnis des HErrn und Heilandes JEsu Christi, werden aber wiederum in denselbigen geflochten und überwunden, ist mit ihnen das Letzte ärger worden denn das Erste."

"Denn es wäre ihnen besser, daß sie den Weg der Gerechtigkeit nicht erkannt hätten, denn daß sie ihn erkennen und sich kehren von dem heiligen Gebot, das ihnen gegeben ist.
Durch die Erkenntnis der Herrn Jesus der Welt entfliehen geht nur durch Bekehrung."
Durch die Erkenntnis der Herrn Jesus der Welt entfliehen ist nur durch eine echte Bekehrung möglich. Vers 21 aber zeigt, dass es einen Zustand gibt, wo es besser wäre, dass man eine solche Bekehrung nie erlebt hätte. Da kommt auch die Bekehrung vor im Wort: „kehren“. Aber eine Zurückbekehrung zur Welt. Es gibt also einen Zustand, wo es besser wäre, nie eine echte Bekehrung erfahren zu haben. Also einen Zustand des Verlorenseins nachdem man schon mal errettet war.

Es ist  wichtig, sich dieser Gefahr bewußt zu sein. Sonst besteht die Gefahr, schläfrig zu werden, Kompromisse mit der Welt zu machen. Außerdem die Gefahr, die Bekehrung als einen Fahrschein in den Himmel anzusehen. Man meint, in den Himmel zu kommen, weil man sich bekehrt habe. Nicht, weil Jesus für den Sünder starb.
Ist da ein Widerspruch in der Bibel? - Eine Erklärung:

Licht ist physikalisch gesehen sowohl Welle, als auch Teilchen. Nicht ein „entweder- oder“, sondern ein „sowohl -als auch“.

In den Dingen, wo die Schrift nur Schwarz oder Weiß kennt, sollen wir auch nur Schwarz oder Weiß sehen.

Wo aber die Bibel für unsere Vernunft widersprüchliche Dinge schreibt, dürfen wir beide Positionen glauben, so widersprüchlich diese auch scheinen mögen. Gleiches muss der Physiker mit den Eigenschaften des Lichtes tun. Beide Standpunkte stehen in der Bibel und ich glaube beiden. Ein Wiedergeborener kann unmöglich verloren gehen und ein Wiedergeborener kann verloren gehen. Beides glaube ich zugleich.

Weil ich glaube, dass ich verloren gehen kann, bete ich in etwa folgende Worte:
So aber kann nur der beten, der weiß, dass er verloren gehen kann. Niemals kann man so beten, wenn man sich in Sicherheit wiegt.
Wer aber so betet, kann der verloren gehen? Sollte Christus nicht einen Solchen halten? Nein, es ist unmöglich, dass ein Kind Gottes verloren geht, welches so betet. Dieses hält Christus, dieses bringt ER zurecht, dieses kann ER nicht lassen.

In dem Bewusstsein der Gefahr, des Abgrundes, über dem wir schweben gehe ich zu dem Heiland. Dann weiß ich mich von IHM gehalten und bin sicher. So ist Leben. Die Furcht treibt mich nicht zu eigener Anstrengung und eigener Treue, sondern zu dem Heiland, der mich hält. Das macht mich getrost. So weiß ich um die Gefahr und bin doch sicher in IHM.

Es gab Zeiten in meinem Leben, da war ich so verzweifelt an mir selber. Jede Ermahnung drückte mich tiefer.

Aber der HERR tröstete mich mit den Stellen, bei denen mir klar wurde, dass niemand mich aus Seiner Hand reißen kann. Nicht halte ich IHN, sondern ER hält mich.

Es gab aber Zeiten, da war ich wankend. Die Welt lockte. Allein dem Heiland zu folgen schien ein Weg in die Einsamkeit zu sein. Es war ein sich Selber aufgeben. Da brannten mir die Worte: „Weil Du lau bist, will ich Dich ausspeien...“ aus Offenbarung 3. Und ich gab alles meinem Herrn, der mich herausriß aus der Lauheit.

Beides steht in der Bibel und beide Standpunkte sind wahr.



Gedanken eines Bruders aus unserer Gemeinde
„Herr Jesus, alleine kann ich nicht bestehen. Wenn es auf mich ankommt, falle ich morgen von Dir und gehe eigene Wege weg von Dir. Aber bitte bewahre und halte Du mich vor mir selber. Bewahre mich vor meinem Fleisch, das weg von Dir will. Zerbrich mich, aber halte mich bei Dir und lass Deinen Willen in meinem Leben geschehen.“
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