Das berühmteste Gebet - Matthäus 6:9-15

von Dr. theol. Wolfgang Nestvogel

Sogar der Apostel Paulus sagt im Römer 8:26, "Wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebührt". Und ein Jünger Jesu traut sich, gemäß der Aufzeichnungen des Arztes Lukas im ersten Vers des elften Kapitels seines Buches, mit der Bitte an Jesus heran, "HERR, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger lehrte." Christus reagiert darauf mit dem Gebet,  was wir als das "Vaterunser" (lateinisch "Pater noster") kennen.

Aber nicht nur als seine Jünger Ihn fragten, sondern auch in seiner großen Grundsatzrede, der Bergpredigt, hat Jesus von Nazaret dieses Gebet so ausführlich vorgestellt, wie wir es heute noch kennen. Kaum ein erwachsener Mensch unserer christlichen Abendländer hat dieses Gebet in irgendeiner Weise noch nicht schon einmal gehört.

Nun stellt sich aber die wichtige Frage wozu dieses Gebet wirklich dient. Ist es eine Gebetsformel, die sooft, wie nur möglich wiederholt, nachgesprochen werden soll? Mancher unter uns möchte dieses Gebet darum vielleicht erst gar nicht mehr beten. Auch Dr. Martin Luther erkannte dieses Problem und sagte deshalb, für ihn in typischer Weise, es "ist Jammer über Jammer, dass solch Gebet solches Meisters soll also ohn alle Andacht zerplappert und zerklappert werden in aller Welt" und weiter, "Summa, das Pater noster ist der größte Märtyrer (sowohl als der Name und Wort Gottes) auf Erden, denn Jedermann plagt´s und missbraucht´s: Wenig tröstens und manches fröhlich im rechten Brauch." (*1)

Doch trotzdem hat Luther den darin enthaltenen Reichtum dieses Gebetes begriffen, es selbst gebetet und gelehrt. Denn als älterer Christ schrieb Luther einmal über das Vaterunser: "denn ich noch heutiges Tages an dem Pater noster sauge, wie ein Kind, trinke und esse, wie ein alt Mensche, kann sein nicht satt werden, und ist mir auch über den Psalter (den ich doch sehr lieb habe) das allerbeste Gebete." (*2)

Die bis hier gemachten Gedanken sind inhaltlich insbesondere nur aus den ersten sechs Minuten der insgesamt 93 Minuten andauernden, lohnenswerten und spannenden Predigt des ersten und zweiten Teils, die Pfarrer Wolfgang Nestvogel an zwei Sonntagen im August 2011 in seiner Gemeinde gehalten hat, entnommen. Diese beiden Teile sind ein Auszug aus seiner Predigtenreihe über das Beten. Er analysiert hierin akribisch die einzelnen Verse des Vaterunsers. Damit legt er dieses Gebet aus einer ganz neuen Perspektive in seiner tieferen Bedeutung für uns aus.

Im ersten Teil mit der Überschrift "Das berühmteste Gebet lehrt uns" gliedert er die Predigt in die drei Abschnitte
"Das berühmteste Gebet lehrt uns", "Die Nähe zu Gott", "Die Ehrerbietung vor Gott" und "Die Fokussierung auf Gott". Und den zweiten Teil überschreibt er mit "Du sollst bitten" und gliedert diesen in die drei Abschnitte "Du sollst bitten", "um die Fürsorge des Vaters", "(um die Nachsorge des Vaters)" und "um die Vorsorge des Vaters".
*1: Zitat aus "Geist aus Luther's Schriften: oder Concordanz der Ansichten und Urteile des großen Reformators über die wichtigsten Gegenstände des Glaubens, der Wissenschaft und des Lebens." 2. Band von Martin Luther und Friedrich Wilhelm Lomler/ *2: Zitat aus "Dr. Martin Luther's Sämmtliche werke ..." von Martin Luther und Johann Georg Plochmann


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Gesamtdauer: 1 Stunde und 33 Minuten
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