Reisebericht Moldawien August 2000

Moldawienfahrt vom 28. Juli bis 12. August 2000

Wieder ist ein Jahr herum und die Moldawienfahrt 2000 stand an. Es war am Freitag, den 28. Juli um 0:30 Uhr, als die Fahrt von dem Gelände der Neustädter Gemeinde losgehen sollte. Nach einem gemeinsamen Gebet bestieg unsere Gruppe die Fahrzeuge, ein großer LKW, zwei Kleinbusse mit Anhänger, ein Wohnmobil mit Wohnwagen und ein kleiner gelber Postbus, der in Moldawien bleiben sollte.

Mit einem kleinen Missverständnis darüber, welche Autobahnauffahrt zu nehmen sei, begann die Fahrt. Der größte Teil der Gruppe fuhr eine näher liegende Auffahrt an, ein kleinerer Teil eine entfernt liegende. Mittels Funkkontakt konnte schließlich auf der Autobahn wieder ein Gruppenkontakt hergestellt werden. Unterwegs stiegen die Geschwister aus Bayreuth zu, so dass die Gruppe nun 27 Personen zählte. Gott schenkte im Verlauf der Fahrt viel Gnade und Segen. Bei sehr schlechtem Wetter in Österreich und bei viel Verkehr und streckenweise schlechten Straßenverhältnissen, vor allem ab dem zentralen Rumänien bis zu unserem Hauptziel in Moldawien, einem Dorf im Rajon Edinet, unserem moldawischen Basisort, hielt Er Seine schützende Hand über uns und bewahrte uns vor Unfall. Immer wieder sind wir über die vielen tausend Kilometer gedrungen, unserem Herrn zu danken, so z. B. dafür, dass Er bei einem der vielen Überholmanöver einen Unfall verhindert hat. Eines der Fahrzeuge unseres Konvois wollte an einem LKW vorbeifahren, als plötzlich zwei Fahrzeuge vor ihm standen. Beide Entgegenkommende wichen kurz vor ihm in das breite, leicht abfallende Bankett aus und kamen hinter unserem überholenden Fahrzeug wieder auf die Straße. Auch an den Grenzen durften wir erfahren, wie Gott die Herzen von Menschen lenkt. Die Zollabfertigung an den jeweiligen Grenzen lief sehr zügig und häufig sogar mit Freundlichkeit.

Bei Johann in einem Ort im transsilvanischen Rumänien - machten wir in diesem Jahr nur wenige Stunden zum Essen und Duschen Pause. Verstärkt durch Johann und zwei seiner Söhne ging die Fahrt weiter nach Moldawien.

Am Sonntagmorgen, dem 30. Juli kamen wir pünktlich um 10:00 Uhr zum Gottesdienst im Basisort in Moldawien an. Nach einer herzlichen Begrüßung machte Bruder Mischa, der dortige Gemeindeleiter, die Einleitung des Gottesdienstes und lud danach die „Gruppe Germania" zur weiteren Gestaltung ein. Im Anschluss an den Gottesdienst brachten wir die Anhänger und den Lkw zum Lager der Gemeinde, wo sie rund um die Uhr bewacht wurden. Dies ist nötig, weil die Diebstahlrate in Moldawien sehr hoch ist. Bei Bruder Mischa war die ganze Gruppe untergebracht. Für diese Zeit standen die drei Busse und das Wohnmobil mit Anhänger bei ihm im Hof. Den harmonischen Zusammenhalt innerhalb der Gruppe und zu den Familienmitgliedern durften wir dankbar aus Gottes Hand nehmen.

Nachdem wir am Nachmittag unsere Schlafplätze hergerichtet hatten, fand am Abend in der Gemeinde unseres Basisortes der Abendgottesdienst statt, an dem wir teilnahmen und drei Brüder aus unserer Gruppe am Wort dienten.

Am Montag wurden die Hilfsgüter aus den Fahrzeugen ins Lagergebäude dieser Gemeinde ausgeladen. Am Nachmittag hielt ein Teil der Gruppe Kindergottesdienst, der von etwa 250 Kindern besucht wurde, und die alle begeistert teilnahmen. Während dieser Zeit besuchten einige aus unserer Gruppe eine körperlich behinderte Schwester, die trotz körperlichen Gebrechen voller Freude dem Herrn Jesus nachfolgt. Wir sangen gemeinsam mit ihren Angehörigen einige Glaubenslieder und durften getröstet von ihnen gehen. So erlebten wir, wie des Öfteren bei Hausbesuchen, dass wir, die eigentlich trösten wollten, von den Glaubensgeschwistern getröstet und erquickt wurden und frohen Herzens unsere Straße ziehen durften.

Am nächsten Morgen war in unserem Basisort Markttag. Dies nutzten einige aus der Gruppe zum Evangelisieren und Verteilen von christlichen Schriften; dies konnten wir die nächsten Tage noch einige Male wiederholen. Es fanden sich viele Zuhörer und reichlich Abnehmer der Literatur, so dass wir auch einluden zum Gottesdienst; etliche der Marktbesucher sind am Abend gekommen. Es ist uns ein Gebetsanliegen, dass auch die Literatur und das gehörte Wort auf fruchtbaren Herzensboden fallen mögen. Nach dem Mittagessen begannen die Vorbereitungen für das Waisenheim (Sommerlager). Dazu wurden die mitgebrachten Schokoladeneier gleichmäßig auf etwa 300 Päckchen verteilt, außerdem wurden die Kleiderkisten für das Waisenheim bereitgestellt.

Einige aus der Gruppe machten auch heute Hausbesuche, diesmal bei einer 14-köpfigen Familie in einem benachbarten Dorf. Unser Besuch kam für die Familie völlig unverhofft. So trafen wir sie mitten in ihrer alltäglichen Arbeit an. Sie begrüßten uns ganz herzlich und nahmen uns fröhlich bei sich auf. Sie erzählten uns, dass sie ihren Lebensunterhalt dadurch bestritten, indem sie in der Nachbarschaft helfen und dafür Lebensmittel erhielten, manchmal jedoch selbst das nicht. Dies berichteten sie ohne Bitterkeit, sondern frohen Mutes setzten sie hinzu, dass der treue Herr Jesu sie aufs Beste versorge. Des Weiteren berichtete der Hausvater mit einer uns verwunderlichen und erstaunlichen Freude über das Leben im Winter (Epheser 5:20): abends wird eines der Zimmer, in dem der Kamin mit Ofenbank steht, so eingeheizt, dass alle ins Schwitzen kommen. Auf der Ofenbank muss die gesamte Familie ihren Schlafplatz finden. Trotz der abendlichen großen Hitze und des dichten Beisammenliegens wachen morgens alle frierend und zitternd auf. In einem Nebenraum, den sie als Werkstatt hergerichtet hatten, lag jede Menge Material herum, das in den Augen eines wohlhabenden Westmenschen Sperrmüll ist, den sie gesammelt hatten, um zu reparieren oder ihn zu brauchbaren Geräten zusammenzubauen und auf dem Markt zu verkaufen. Um ihr Haus war ein großer Garten angelegt, in dem sie Mais gepflanzt hatten, den sie zur täglichen Nahrung benötigen (Maissuppe), denn sie haben kein Geld, um sich Getreide zum Brotbacken zu kaufen. An diesem Tag jedoch waren zwei ihrer Kinder in die Stadt gegangen, um ein Brot zu kaufen, weil sie am Wochenende ein jung vermähltes Ehepaar zu Besuch erwarteten, dem sie ein ganz besonderes Geschenk machen wollten, anstelle der Maissuppe. Nachdem sie nun einiges aus ihrem Alltag erzählt hatten, holte der Hausvater ein Gesangbuch, ein altes äußerlich völlig ramponiertes Akkordeon und einer der Söhne eine Gitarre, die mit Draht bespannt war. Zu unserem Erstaunen entlockten sie diesen Instrumenten aber noch wunderschöne Melodien und die ganze Familie sang dazu aus dem Liederbuch. So erklang ein Loblied nach dem anderen, so dass unsere eigenen Instrumente die meiste Zeit schwiegen, und wir auch erleben durften, mit welch einer Liebe sie ihrem Heiland trotz aller Armut dienten. Zum Abschied schenkte ein Bruder einem der Söhne eine Gitarre. Auch materiell konnten wir sie unterstützten. Die ganze Familie geleitete uns mit Gesang und ihren Instrumenten bis ans Auto und sang, bis wir am Horizont verschwanden. Wir durften erleben, dass wir, die wir eigentlich der Familie Trost und Erquickung geistlicher und leiblicher Art darreichen wollten, innerlich selbst getröstet, erquickt und erbaut wurden. Wir erkannten auch hier, dass die äußerlich Armen, doch reich im Herrn sein dürfen, und dass es bei uns im Westen leider häufig umgekehrt ist (Jakobus 2:5; 2. Korinther 6:10; Sprüche 13:7).

Während dessen war in unserem Basisort Kindergottesdienst mit etlichen 100 Kindern, die gebannt auf das Wort Gottes hörten und eifrig die gestellten Fragen beantworteten. Am Abend fand in dieser Gemeinde noch ein Gottesdienst statt, an dem zahlreich teilgenommen wurde. Der Hunger nach Gottes Wort ist in diesem äußerlich armen Land sehr groß. Möge der Herr noch offene Türen und bereitete Herzen schenken, die das Wort aufnehmen und Frucht tragen.

Am nächsten Morgen, nach Frühstück und Morgenandacht, wurden die Fahrzeuge und Anhänger mit Kartons voll Kleidung für das Waisenheim und die Schokolade samt Literatur geladen. In diesem staatlichen Waisenheim durften wir den Kindern aus Gottes Wort vorlesen und einige Lieder vortragen, um ihnen so den Herrn Jesus groß und heb zu machen. Die Kinder hatten ein musikalisches Programm vorbereitet, das sie uns mit Begeisterung vortrugen. Nach dem Kindergottesdienst bereitete ein Teil der Gruppe das Verteilen der Kleider vor, während der Rest der Gruppe mit den Kindern das traditionelle Länderspiel Moldawien - Deutschland austrug, das mit einer standardmäßig hohen 0 : 6 Niederlage für Deutschland ausging und beiden Seiten viel Freude bereitete. In der Zwischenzeit gingen die Kinder gruppenweise zum Essen, so dass wir schon während dem Essen mit dem Verteilen der Kleider beginnen konnten. Als die Kinder mit Unterwäsche, Hose, Pulli, Jacke und evtl. ein paar Schuhen (es waren nicht genügend Schuhe in den passenden Größen vorhanden) ausgestattet waren, bekam jedes noch ein Stofftier, eine Tüte mit Schokolade und ein christliches Buch (z. B. Wilhelm Busch: „Jesus unser Schicksal"). Bevor wir nun zum Abschluss kamen und aufbrachen, konnten sich die Erzieher ebenso mit Kleidung eindecken. Während unseres Aufenthaltes kam es zu mach einem Gespräch, in dem uns die Kinder etliches über ihre Not erzählten und wir ihnen von Jesus Christus weitersagen konnten. Es gibt dort eine kleine Gruppe gläubiger Kinder, die von den anderen Kindern, aber auch von den Erziehern, stark unterdrückt wird, so dass sie der besonderen Fürbitte bedürfen, um im Glauben fest und treu zu sein. Auch die in die Pubertät kommenden Mädchen sind in dem Heim schweren Nöten durch die Jungs und auch durch die Erzieher ausgesetzt. Unser Gebet ist es, dass die frohe Botschaft des Heilandes die Herzen der Erzieher und der Kinder treffen möge, und ihnen auch die übergebene Literatur zum Segen gereiche.

Am folgenden Tag durften wir in verschiedenen Gemeinden im Umkreis unseres Basisortes am Wort dienen und sehen, wie die Menschen hungerten nach dem Wort Gottes. Des Weiteren bat uns Bruder Mischa, die mitgebrachten Hilfsgüter diesmal selber zu verteilen, da es die letzten Jahre oft zu Streitigkeiten kam, weil einige sich benachteiligt fühlten. Später erfuhren wir schließlich von Bruder Mischa, dass es in diesem Jahr zum ersten Mal ohne Streitigkeiten abgelaufen war, und jeder mit dem zufrieden war, was er erhalten hatte. Wir waren sehr froh und dankbar darüber, dass der Herr die Gaben zum Segen setzte, ohne dass der Feind Zank und Streit säen konnte.

Am Morgen des 4. August waren wir in einem staatlichen Kindergarten und durften dort, wie die Jahre zuvor, das Wort Gottes verkündigen. Auch hier hatten die Kinder wieder einige Lieder und Gedichte gelernt, die sie uns vortrugen. Die Angestellten erzählten uns, dass sie das letzte Gehalt 1998 erhalten hatten, und sie daher die Eltern baten, einen kleinen monatlichen Beitrag zu zahlen, was die Eltern jedoch damit quittierten, dass sie ihre Kinder nicht mehr in den Kindergarten schickten. Dadurch sah sich die Kindergartenleitung gezwungen, ihre Bitte wieder zurückzuziehen, woraufhin die Eltern ihre Kinder wieder in den Kindergarten schickten. Seither übt das Personal seinen Dienst ehrenamtlich aus. Auch die Bausubstanz lässt zu wünschen übrig, da der Staat kein Geld hat für Neuerungen und Reparaturen. So wird viel improvisiert und notdürftig in Betrieb gehalten. Aber auch dort trafen wir auf offene Ohren, die das Wort gerne aufnahmen. Der Herr möge auch an ihren Herzen wirken, dass der ausgestreute Samen auf fruchtbaren Herzensboden gefallen sein möge. Am Nachmittag und den folgenden Tagen waren wir über den Tag verteilt in mehreren Gottesdiensten in verschiedenen Gemeinden. Auch in diesen Stunden konnten wir vielfach den Hunger und das Fragen nach Gott feststellen, was sich unter anderem darin zeigte, dass die Versammlungshäuser voll mit erwartungsvollen Zuhörern anzutreffen waren. Aber die westlichen Einflüsse machen auch vor den Toren der dortigen Gemeinden nicht halt. Moderne, rhythmische Musik wird, wie auch im Westen, oft nicht als Problem angesehen, dort jedoch meist noch aus Unwissenheit. In solchen Gemeinden durften Brüder über die Hintergründe der Musik aufklären und mit dem Worte Gottes eine Entscheidungsbasis für den richtigen Gebrauch von christlicher Musik in Gemeinden geben. Aus Gesprächen erfuhren wir, dass die Zeugen Jehovas und charismatische Gruppen aus dem Westen zum Missionieren dort sind oder waren und entsprechende Einflüsse und Strömungen schon in die Gemeinden brachten. Betet bitte für die Gläubigen in den Gemeinden in Moldawien.

Am Montagnachmittag besuchten wir ein Jugendgefängnis, in dem Jugendliche im Alter von 12 -20 ihre Haftstrafen absitzen. Ihre Straftaten sind unterschiedlicher Art. Sie reichen von Diebstahl über Mord bis hin zu Sexualverbrechen. Ihnen durften wir durch das Wort Gottes, Zeugnis und Lieder, die Liebe Jesu zu den verlorenen Menschen groß machen. Ein moldowenischer Jugendlicher legte vor den Häftlingen ein Zeugnis über sein Leben ab. Er erzählte, wie ihn der Herr Jesus schon als kleiner Waisenjunge im Kinderheim an sein Vaterherz zog und der Herr ihn bis dahin gnädig versorgt hat, auch heute, da er nicht mehr im Kinderheim lebt, sondern sich selber ernähren muss. So erlebten wir auch immer wieder Gottes gnädiges Wirken an solch einem jungen Menschenherz und können ihn dafür nur loben und danken, dass er auch heute noch zu seinem Wort steht (Matthäus 24:35). Zum Abschied bekam jeder von ihnen einige Lebensmittel und ein Buch, z.B. W. Busch oder C. Roy. Hier und da konnten wir noch Einzelgespräche mit den Häftlingen führen, bevor wir von dort aus in den Abendgottesdienst fuhren.

Am nächsten Tag waren wir im Waisenheim der 3-6jährigen Kinder. Ein paar Geschwister erzählten ihnen biblische Geschichten und sangen ihnen einige Lieder vor. Auch die Kinder hatten Lieder vorbereitet, die sie als Gruppe und einzeln vorsangen. Ein blinder Mann, der die Kinder auf dem Klavier begleitete, war mit vollem Eifer dabei. Zu unserer Freude hatte er mit den Kindern etliche christliche Lieder einstudiert, die er mit seiner tiefen, etwas rauhen Stimme aus vollem Herzen mit sang. Unser Gebetsanliegen ist es, dass die Kinder und auch die Erzieher den Herrn als ihren Heiland finden dürfen. Zum Abschied bekam jedes Kind ein Plüschtier und einen Schokoladenhasen, den sie mit Heißhunger aßen. Die Kinder in den Heimen fassten sehr schnell Vertrauen zu uns, so dass man 1 - 2 Kinder um und an sich hatte, die einfach nur an der Hand gehalten werden wollten und/oder gestreichelt werden wollten. Das Sehnen der Kinder nach Liebe und Geborgenheit machte ihnen und uns das Abschied nehmen stets schwer und im Herzen bleibt das Sehnen und Hoffen auf das nächste Jahr.

Am nächsten Tag, unserem vorletzten in Moldawien, waren wir in einem Jugendlager bei Edinet eingeladen, in dem wir am späten Vormittag ankamen. Dort trafen wir eine Missionsgruppe aus Dänemark, die in Wohnwagen lebt und so missionierend von Dorf zu Dorf zieht. Als wir ankamen, waren sie gerade mit dem Gottesdienst zu Ende gekommen und gingen zum Mittagessen über, zu dem sie uns einluden. Nach dem Mittagessen hatten die Jugendlichen einen freien Nachmittag, worin wir die Möglichkeit sahen, zur Versammlung einzuladen. Obwohl uns gesagt wurde, dass nur wenige Jugendliche erscheinen würden, weil am Morgen schon ein Gottesdienst stattgefunden hatte, waren wir dem Herrn froh und dankbar, als die Jugendlichen auch am Nachmittag zahlreich teilnahmen.

Zum Abendgottesdienst waren wir zu einer kleinen Dorfgemeinde im Nachbarort eingeladen. Die Gemeinde besteht zum überwiegenden Teil aus Bauernfamilien, die sich nach der Versorgung des Viehs unter Gottes Wort versammeln. Daher begannen wir erst um 21:00 Uhr.
Als wir nach über 2 Stunden endigen wollten, blieben alle Anwesenden sitzen mit der Bitte, noch einige Lieder zu singen. Währenddessen deckten einige Geschwister der Gemeinde eine Tafel mit Leckereien und nötigten uns zu Tisch. Die Mahlzeit wurde durch den Gemeindechor mit erbaulichen Liedern untermalt. Unermüdlich sangen sie bis zum Abschiednehmen und darüber hinaus - es war mittlerweile etwa 1 Uhr nachts.

Am Mittwoch, dem 9. August, dem letzten Tag in Moldawien, hieß es schließlich das Gepäck der Gruppe in die Autos zu laden. Zum Mittagessen waren wir bei einer Familie im Dorf eingeladen, wo wir überaus üppig und mit viel Liebe bewirtet wurden. (Üppig, nur deshalb, weil die Geschwister dort überall schon Wochen vorher sich alles am Mund absparen.)
Am Nachmittag war der letzte Kindergottesdienst, den etliche 100 Kinder aus dem Dorf besuchten. Mit viel Freude lösten sie ein Bibelquiz, sangen mit und hörten aufmerksam zu. Nach 2 Stunden hieß es Abschied nehmen. Dank einer großzügigen Schokoladenspende konnten wir auch hier die Kinder mit Schokolade und christlichen Schriften erfreuen.

Abends um 20.00 Uhr begann der Abschlussgottesdienst. Von dort aus traten wir um 23:30 Uhr die Heimreise an. Nach einer viertel Stunde Fahrt riss am Wohnmobil der Auspuff ab, der von Brüdern aus unserem Basisort, die uns noch bis zur Grenze begleiteten, notdürftig repariert werden konnte, so dass wir nach 1 1/2 Stunden die Fahrt fortsetzen konnten. Mit des Herrn Hilfe gelangten wir ohne größere Schwierigkeiten über die Grenze, und gegen Mittag kamen wir bei der Familie von Johann in dem transsilvanischen Ort Rumäniens an. Dort wurde von zwei Rumänen der Auspuff des Wohnmobils geschweißt. Die Gruppe bereitete ihr Nachtlager vor, aß zu Abend und hatte noch Gemeinschaft unter dem Wort. Frisch ausgeruht ging es am nächsten Morgen nach dem Abschied nehmen weiter Richtung Ungarn und Österreich nach Hause.

An der ungarisch- österreichischen Grenze soll an dieser Stelle noch eine kleine Begebenheit erwähnt sein, wie Gott Menschen gebraucht. An diesem Grenzübergang hatte die LKW - Zollabfertigung schon weit vor der Grenze eine separate, von der Hauptstraße abgetrennte, Zufahrt zur Zollabfertigung. Auf dieser standen über eine Länge von etwa 2 km dicht an dicht LKW's. Unserem LKW blieb nun nichts anderes übrig, als sich so weit wie möglich vorne, nämlich an der Abzweigung von der Hauptstraße, in die Schlange rein zu quetschen. Trotzdem hätte er an diesem Punkt noch eine Schlange von rund 1 km vor sich gehabt, was rein menschlich gesehen eine Wartezeit von sicherlich einem Tag bedeutet hätte. Kaum dass der Fahrer des LKW's den Versuch gestartet hatte, in die Schlange rein zu kommen, marschierte ein stark tätowierter Mann auf uns zu. Nichts Gutes ahnend, wartete die LKW - Mannschaft auf die Dinge, die da kommen werden. Wie wird Gott diese ganze Situation wohl führen? Der Mann erklärte kurz und bündig, dass sich unser LKW doch nicht dort anstellen solle, sondern über einen Schleichweg viel weiter vorne quer in die Schlange einsteigen solle. Puh, also doch kein Ärger - von dem hatten wir eigentlich was ganz anderes erwartet, aber nicht einen solchen Rat. Der Mensch denkt, aber Gott lenkt! Gesagt getan. Es kam noch schöner: An der Stelle angekommen, stieg einer unserer Gruppe aus dem LKW, lief an den stehenden LKW's entlang und bat jeden der Wartenden, an die Seite zu fahren und Platz zu machen. Jeder folgte der Bitte ohne Protest. Auf diese Weise leitete uns der allmächtige Gott binnen einer Stunde über die Grenze.

Von dort ging es zügig nach Deutschland weiter, wo wir auf dem Rasthof Jura von Geschwistern aus Bayreuth mit Kaffee und Brötchen empfangen wurden. Nach dem sich alle gestärkt hatten, verabschiedeten wir uns von den Gruppenteilnehmern aus Bayreuth und fuhren nun direkt nach Neustadt, wo wir dank Gottes Gnade um 8:30 Uhr wohlbehalten und gesund ankamen.

Bericht eines Mitfahrers
Ganz herzlichen Dank allen Betern und Helfern vielfältiger Art. Bitte betet auch für die beiden Fahrten zum Jahresende nach Odessa (Nov.) und Rumänien (Dez.), dass Gott auch da Gnade schenken möge sowie für die Ostfahrerfreizeit. ... Eure Hermann und Inge
Hinweis: Dieser Bericht ist zum Schutz von Personen und Einrichtungen von uns ganz minimal abgeändert worden. - Wir bitten um Euer Verständnis. Dankeschön!
Die Sach’ ist Dein, Herr Jesus Christ, die Sach’, an der wir steh’n, und weil es Deine Sache ist, kann sie nicht untergeh’n. Allein das Weizenkorn, bevor es fruchtbar sprosst zum Licht empor, muss sterben in der Erde Schoß zuvor vom eignen Wesen los, durch Sterben los, vom eignen Wesen los.

Du gingst, o Jesus, unser Haupt, durch Leiden himmelan und führest jeden, der da glaubt, mit Dir die
gleiche Bahn. Wohlan, so nimm uns allzugleich zum Teil am Leiden und am Reich; führ uns durch Deines Todes Tor samt Deiner Sach’ zum Licht empor, zum Licht empor, durch Nacht zum Licht empor.

Du starbest selbst als Weizenkorn und sankest in das Grab. Belebe denn, o Lebensborn, die Welt, die Gott
Dir gab! Send Boten aus in jedes Land, dass bald Dein Name werd bekannt, Dein Name voller Seligkeit.
Auch wir steh’n Dir zum Dienst bereit in Kampf und Streit, zum Dienst in Kampf und Streit.
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