Reisebericht Rumänien Dezember 2000

Rumänienfahrt im Dezember 2000

Nach fast zwei Tagen Fahrt kamen wir endlich am Donnerstagabend bei Johann in einem Ort in Transsilvanien an. Dort sollten wir die Zeit bis Sonntagmittag verbringen. Nach dem Abendessen bezogen wir unsere Quartiere und schliefen uns erst einmal richtig aus.

Am Freitagmorgen begann ein Teil der Gruppe mit dem Ausladen der Pakete und Hilfsgüter, die bei Johann bleiben sollten. Der musikalisch begabte Rest übte einige Lieder in russischer, rumänischer und deutscher Sprache, die in den Gottesdiensten der verschiedenen Gemeinden vorgetragen werden sollten. Nachdem auch alle Formalitäten beim Zoll erledigt waren, war es auch schon wieder Zeit in den Gottesdienst zu gehen.

Fast den gesamten Samstag verbrachten wir in einem Zigeunerdorf, was für viele aus der Gruppe ein einschneidendes Erlebnis war. Nach einer Andacht und einigen Liedern im Freien wurden an die Bewohner dieser Siedlung Pakete verteilt. Während Detlef und Margot, der Arzt und die Krankenschwester unserer Gruppe, die Zeit nutzten um Hausbesuche zu machen und soweit wie möglich medizinische Hilfe zu leisten, besichtigten wir das Dorf und redeten mit den Menschen dort, was nur in geringem Maße möglich war. Viele der Menschen dort luden uns auch ein, in ihre Hütten zu kommen, von denen die meisten ohne Stromversorgung sind. Abends besuchten wir die Heimatgemeinde unseres Gastgebers und Übersetzers Johann, eine kleine rumänischdeutsche Gemeinde mit großen Gesangstalenten.

Am Sonntagmorgen nahmen wir am Einweihungsgottesdienst des neuen Gemeindehauses in einem Nachbarort von dem Ort, wo Johann wohnt, teil. Dieses Gemeindehaus ist allein von den Gemeindemitgliedern, viele aus der Jugend, gebaut worden. Zu diesem Gottesdienst kam zur großen Freude unserer Gruppe und der Gemeinde nahezu das gesamte Zigeunerdorf zu Fuß den 10 km langen Weg aus den Bergen. Nach dem Mittagessen brachen wir in eine Stadt in den Kaparten auf, einer Bergarbeiterstadt in einer sehr armen Gegend Rumäniens. Dort blieben wir bis Montagabend. Zum Gottesdienst in der Gemeinde dort kamen wir nach der ca. dreistündigen Fahrt gerade noch rechtzeitig an. Nach dem sehr üppigen Abendessen im Gemeindehaus freuten wir uns alle auf unser Nachtlager.

Am nächsten Tag luden wir die Hilfsgüter und Literatur für diese Gemeinde ab und sortierten die mitgebrachten Medikamente nach Wirkstoff. Nach dem Mittagessen besichtigten wir noch ein Gebäude, welches die Gemeinde gekauft hat und nun renovieren will. Hier soll ein Alters- und Kinderheim entstehen. Danach ging es gleich weiter nach Petrila wo abermals Pakete ausgeladen wurden. Ein Teil unserer Gruppe besuchte zusammen mit dem dortigen Gemeindeältesten, zwei Familien, die mit sieben bzw. zwölf Kindern in sehr armen Verhältnissen dort in Wohnblocks leben. Damit wurde uns das Leben der Menschen in diesem Land nochmals verdeutlicht. Abends nahmen wir dann am Gottesdienst in Petrila teil. Diese Gemeinde ist auch gerade dabei ein neues Gemeindehaus zu bauen. Dieses Gebäude wird größer als das alte sein und ist zentraler gelegen und somit leichter zu erreichen. Nach dem Gottesdienst und dem Abendessen bei dem Gemeindeältesten zu Hause fuhren wir zurück zu Johann, um uns vor der anstrengenden Rückfahrt noch einmal richtig auszuschlafen.

Als wir am Dienstag gefrühstückt hatten, traten wir nach einem teilweise tränenreichen Abschied die Heimreise an.

Am Mittwochabend kamen wir etwas verspätet aber gut wieder in Neustadt an.

Unserem Herrn und Heiland sei Lob und Dank für diese Gnadenfahrt, auf der er so viel Gnade und Buße geschenkt hat. Wir durften reich gesegnet nach Hause kommen.

Bericht einer Mitfahrerin


Verborgene Herrlichkeit
Wenn Feinde dich mit Unrecht schmäh´n, Und Freunde selbst dich missversteh´n, Wenn das, was betend du begonnen, Dir in den Händen ist zerronnen - Wenn scheinbar alles dir misslingt, Und Finsternis dich ganz umringt: Dann grade will dir Gott begegnen, Dich in besondrer Weise segnen. - Hier ist verborgene Herrlichkeit; Doch nur ein Herz, das Ihm geweiht, Sieht durch die Wolken grau und trübe Den Strahl der ew´gen Gottesliebe. O leg dich still und willenlos Recht wie ein Kind in Gottes Schoß! Was eigne Kraft nicht kann erlangen, Das wirst im Glauben du empfangen.
h. Bro. (Gedicht)
Hinweis: Dieser Bericht ist zum Schutz von Personen und Einrichtungen von uns ganz minimal abgeändert worden. - Wir bitten um Euer Verständnis. Dankeschön!
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