Reisebericht Rumänien November / Dezember 2006

„Ich will in dir lassen übrigbleiben ein armes, geringes Volk, die werden auf des Herrn Namen trauen.“ Zephanja 3:12

Rumänienfahrt November / Dezember 2006

Am 30. November fuhren wir mit drei Fahrzeugen um 7.00 Uhr von Neustadt los - Richtung Rumänien.

Gute Straßenverhältnisse und ein problemloser Grenzübertritt nach Rumänien sorgten dafür, dass wir am nächsten Morgen gegen 6.00 Uhr Petersdorf erreichten.
Nach dem Ausladen des Gepäcks und einer kurzen Begrüßung von Signora, wo wir die nächsten Tage zu Gast waren, legten wir uns schlafen.
Nachmittags erfreuten wir uns an einem von Signora zubereiteten Essen, so dass wir gestärkt unsere Vorbereitungen beginnen konnten: Milchpulver abwiegen und verpacken, Schokolade auspacken und christliche Literatur sortieren.
Abends versuchten wir mit unserer Übersetzerin Persida, Lieder in rumänischer Sprache zu üben.

Abseits des Dorfes Loman besuchten wir, an einem Berghang gelegen, eine Zigeunersiedlung. Im Nu hatte sich unsere Ankunft verbreitet, und so halfen Kinder und Jugendliche mitgebrachte Lebensmittel ins Dorf zu tragen; zirka 25 Familien leben hier in Armut und Einfachheit. Nachdem Worte aus der Bibel und auch mahnende Worte von Viktor ausgelegt und übersetzt wurden, verteilten wir an die Kinder schöne Karten mit alten Bildern und Bibelversen, „Echtes Gold" mit dem Versprechen, bis nächstes Jahr Lesen zu lernen. Jede Familie bekam Mehl, Öl, Reis, Zucker und Milchpulver.
Detlef, unser Arzt, bezog dort in einem kleinen Raum seine „Praxis" und versuchte - soweit möglich - Kindern und Erwachsenen zu helfen. Eine Wasserstelle, nur vereinzelt Strom, Schmutz und Unrat gaben zu denken, in welchem Überfluss wir leben. Das ganze Elend ließ der Nachmittag kurzzeitig vergessen; Buben aus dem Dorf luden uns zu einem Fußballspiel ein, bei dem wir kläglich verloren. Traurige und fragende Kinderaugen sahen uns nach, als wir abfuhren.

In den nächsten Tagen besuchten wir Gemeinden, um das Wort Gottes zu verkünden. Am Montag, den 4. Dezember, verließen wir Petersdorf und kamen nach vier Stunden Fahrt unter Gottes Schutz nachmittags in Pitescht an. Im Gemeindehaus durften wir warme Räume beziehen; Hermann zog es vor, auf dem kalten Dachboden bei nächtlichem Hundegebell zu schlafen.
Die Tage hier lernten wir verschiedene Gemeinden kennen. Die Auslegung des Wortes unseres HERRN war für unsere rumänischen Geschwister sowie für uns sehr wertvoll. Dankbar für die Gastfreundschaft und das gute Essen mussten wir uns meist wieder rasch verabschieden.
Die Möglichkeit auch Jugendliche in einer christlichen Schule mit dem Evangelium zu erreichen, gehörte für uns zu einer wichtigen Zeit.

Eine besondere Begegnung erlebten wir in einem Zigeunerdorf. Die Menschen hörten mit großer Aufmerksamkeit die Predigt. Die Mütter und Kinder nahmen mit Freude gestrickte Mützen, Schals und Decken entgegen. Dort staunten wir über das Wunder Gottes, wie Menschen, die glauben, verändert werden. Ein junges Paar wird bald heiraten, Kinder bettelten nicht!
Bei der abendlichen Rückfahrt konnten Detlef und Andreas bei einem Unfall Erste Hilfe leisten. Ein PKW war auf ein Pferdefuhrwerk aufgefahren.

Und wiederum ging es weiter am Freitag, den 8. Dezember, in die Stadt Craiova. Zerfallene Häuser in den Ortschaften und ungenutztes Land machten einen traurig und nachdenklich.
Im dortigen Jugendgefängnis durften wir vor zirka 200 Jugendlichen Lieder und Worte aus der Bibel weiter geben; an vielen konnte man die Freude darüber erkennen. Um Jesus besser kennen zu lernen, überreichten wir christliche Bücher in der Hoffnung, dass Gott wirkt.
Danach waren wir in zwei weiteren Gemeinden zu Gast. Unser nächstes Ziel war die Jugendkonferenz in der Stadt Lupen. Es war uns überaus wichtig, die jungen Menschen mit Gottes Wort zu erreichen und ihre Fragen aufrichtig zu beantworten.

Den vorletzten Tag füllten drei Gottesdienste in verschiedenen Gemeinden aus. Versammlungsräume mit modernster Technik und Musikanlage fanden wir hier vor; ein krasser Unterschied zum bisher Gesehenen. Am Abend ging es nach Petersdorf zurück.

Montag, 11. Dezember - letzter Tag: Die Begegnung mit einer Familie mit acht Kindern, die auf engstem Raum ohne fliessend Wasser leben, ging ins Herz; es wird versucht, eine andere Wohnung zu finden.
Nachmittags fuhren wir Richtung Heimat und kamen nach zielstrebiger Fahrt, mit Henry am Sprechfunk, wohlbehalten in Neustadt an.

Ein herzliches Dankeschön an Hermann und alle Mitfahrer für die Zeit miteinander, für das Erlebte und die bleibenden Eindrücke.

Mit Gottes Segen grüßen Eure Mitfahrer Erna und Johann
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