Reisebericht Rumänien Dezember 2008

Rumänienfahrt vom 3. bis 15. Dezember 2008

Mit Gottes Gnade durften wir am Morgen des 3. Dezember 2008 um 9:00 Uhr von Neustadt aus mit drei Kleinbussen und einem Anhänger in Richtung Rumänien starten. Auch wenn bereits schon so viele Fahrten stattfinden konnten, und viele „Ostfahrer" bereits mehrmals mitgefahren sind, ist es doch jedes Mal wieder anders! Es ist nie dieselbe Gruppe und auch nicht derselbe Ablauf, denn nicht wir planen, sondern Gott.

Für einige Mitfahrer war es wegen persönlicher Probleme ein großer Glaubensschritt mit auf die Fahrt zu gehen. Aber da unser HERR uns in seinem Wort verheißen hat: „Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch dies alles hinzugefügt werden" (Matthäus 6:33), durften wir dies während der ganzen Fahrt mehr­mals erleben, denn er ist treu und steht zu seinem Wort.

Nachdem drei Brüder aus Cottbus in Heilbronn und ein weiterer Bruder in Aurach eingestiegen waren, durften wir mit insgesamt neun Brüdern und vier Schwestern weiterfahren. Bei herrlichen Wetter und freien Straßen ging es über Öster­reich und Ungarn - ohne Probleme und zügiger Abfertigung an der Grenze - nach Rumänien. Dort wurden wir am 4. Dezember 2008 um ca. 6:00 Uhr rumänischer Zeit (+ 1 Stunde MEZ) herzlich von Bruder Johann in Empfang genommen.

Nach­dem wir unser Gepäck ausgeladen hatten, gingen wir erst einmal schlafen.

Der Nachmittag dieses Tages wurde dazu genutzt, die wei­teren Tage vorzubereiten. So konnten wir die Schokolade, die wir für die weiteren Stationen benötigten, verpacken und rumänische und deutsche Lieder für die Gottesdienste einüben.

Abends haben wir die Gebetsstunde der Gemeinde in Petersdorf besucht, bei der zwei Brüder am Wort dienen konnten. Auch den neu ausgelegten Teppichboden, der aus Deutschland besorgt wurde, konnten wir bei dieser Gelegenheit gleich anschauen.

Am Freitag, den 5. Dezember 2008, wurde am Vormittag ein Haus besichtigt, welches die Gemeinde unter anderem mit Spendengeldern gekauft hat und renoviert, um Bruder Vasili zur Verfügung zu stellen. Dieser wohnt momentan mit seiner Familie (neun Kindern), in für uns undenkbaren Bedingungen in einem abbruchreifen Wohnblock. Die Wohnung hat nur zwei Zimmer, die gleichzeitig als Küche und Wohnzimmer genutzt werden. Diese Familie durften wir am Nachmittag besuchen und Geschenke und Bilder einer Schulklasse überreichen. Vor dem Gebäude konnten wir für die Hausbewohner singen und Traktate verteilen.

Abends waren wir bei der Gemeinde in Barabans, in der es um die Wichtigkeit des Gebets ging. Her­vorgehoben wurde dabei unter anderem, dass wir oft gar nicht merken, wie gut es uns bei Jesus geht.

Am folgenden Tag, dem 6. Dezember 2008, fuhren wir nach Lohman, einem Zigeunerdorf in der Nähe. Dort konnten wir den Menschen neben Brot, Waschmittel und Schokolade auch eine Speise bringen, die nicht nur wenige Tage bleibt:
Das Brot aber,welches uns unser Herr Jesus geben will, bleibt für die Ewigkeit.

Nachmittags ging unsere Reise dann über die Alpi Transilvaniei weiter nach Lupeni in das Altersheim von Bruder Messerosch, in dem momentan 32 ungläubige und auch gläubige Menschen betreut werden. Es ist bereits geplant, die zwei oberen noch vorhandenen Stockwerke auszubauen und weitere Menschen aufzunehmen. In Lupeni befinden sich mehrere Bergwerke, von denen bereits zwei Minen ge­schlossen wurden und es dadurch viele Arbeitslose gibt. Die Umweltbelastung ist dort durch die Kohlekraftwerke ziem­lich groß.

Am Abend wurde dann bei einer Bibelarbeit das Geheimnis des Schlüssels Davids gelüftet.

In der Frühe des 7. Dezember 2008 besuchten wir dann den Gottesdienst in der Gemeinde von Lupeni. Dort ist mir groß gewor­den, wie oft wir doch durch unsere eigenen Werke vor Gott gerecht werden wollen, und wie wichtig es ist, sich selbst zu verleugnen. Bei der Versammlung am Abend in der Gemeinde in Petrilla durften wir Gott für ein Zeugnis eines Bruders der dortigen Gemeinde danken. Dieser hat ein Bergwerkunglück am 15. November 2008 nur mit leichten Verletzungen überlebt. Bei der dann folgenden Predigt musste sich jeder fragen, ob auch er die erste Liebe verlassen hat.

Da es über Nacht geschneit hatte, und noch etwas Zeit war, wurde der Vormittag des 8. Dezember 2008 dazu genutzt, bei einem Ausflug in die nahe gelegenen Berge den Zusammenhalt der Gruppe zu stärken. Nachdem die Gruppe dann wieder aufgetaut war und sich gestärkt hatte, konnten wir im Speisesaal des Altenheimes den Menschen Lieder singen und durften ihnen von der Liebe unseres Herrn Jesus erzählen. Auch er möchte ihr Hirte sein. (Psalm 23).

Abends besuchten wir die Gemeinde in Anioasa. Da das alte Gemeindehaus sehr abgelegen ist, sind die dortigen Geschwister gerade dabei, ein neues Gemeindehaus in der Ortsmitte zu bauen. Bei dem Wort, das neben vielen Liedern und Beiträgen weitergegeben wurde, viel der Strom aus. Daran konnte gezeigt werden, wie in vielen Gemeinden der heilige Geist (echtes Licht) auf die Seite geschoben wird und durch künstliches Licht (Menschenwerk) ersetzt wird.

Bei der Bibelarbeit am Abend durften wir der geistlichen Armut neu begegnen.

Unsere Fahrt führte uns dann am 9. Dezember 2008 nach dem Frühstück von Lupeni nach Filiaj. Dort fand nach dem Mittages­sen in der Gemeinde von Buturesti ein Gottesdienst mit vielen Kindern statt. Die Gemeinde dort liegt an einer viel befah­renen Straße, was letztes Jahr zu einem tödlichen Unfall geführt hat, als jemand die Straße überqueren wollte.

Im Anschluss an den Gottesdienst, in dem es darum ging es, dass wir unser Herz all zu oft mit Sünde beschmutzen, und wir je­manden haben, der in solchen Situationen zu uns hält und uns reinigt, konnten wir neben Zahnbürsten, Schokolade und Plüschtieren, auch Decken, Socken und Mützen verteilen, die liebe Schwestern in Deutschland gestrickt hatten.

Am Abend haben wir uns im Klassenzimmer einer Schule mit Zigeunern getroffen, die dort regelmäßig zusammen kom­men, um das Wort Gottes zu hören. So durften auch hier wieder die Brüder aus unserer Gruppe am Wort dienen.

Der Vormittag des 10. Dezember 2008 wurde damit verbracht, „neue" Lieder einzuüben und einen nahe gelegenen Markt zu besuchen.

Nachmittags fuhren wir dann in ein sehr abgelegenes Dorf, welches, da es sehr abseits liegt, wenig Besuch von ande­ren bekommt. Auch hier wurden wir herzlich empfangen und selbst die Wände wurden, wie es schien, erst kürzlich gestri­chen. So wie wir sonst für alles bezahlen müssen, durften wir ihnen von Jesus erzählen, der für uns unsere Schuld am Kreuz bereits bezahlt hat. Er ist unser Hirte, Ihm können wir vertrauen. Wir sind nicht besser als die anderen, sondern dürfen bei Ihm Buße tun.

Am Donnerstag, den 11. Dezember 2008, führen wir dann weiter nach Craiova, wo wir uns mit einem Bruder an deren Gemeinde trafen, um dann zusammen zum Jugendgefängnis zu fahren. Dort sind ca. 250 Jugendliche. Diese wurden wegen der beengten Räumlichkeiten in zwei Gruppen aufgeteilt; dennoch hatte jeder Gottesdienst seinen eigenen Charakter. Ihnen durften wir Worte des Trostes geben und auf die Vergebung in Christus hinweisen. Auch das Gefängnispersonal war von der Einfachheit der Botschaft, die wir überbringen konnten, angesprochen. Als die Jugendlichen wieder in ihre Zel­len gingen, konnten wir jedem einzelnen persönlich noch ein kleines Weihnachtsgeschenk überreichen.

Danach wurden wir noch in die Gemeinde eingeladen, wo uns die Schwestern ein reichhaltiges Mahl zubereitet hatten. Dort erhielten wir dann einen Anruf des Gefängnisdirektors, dass man bei einem Jugendlichen Geld gefunden habe, und nachdem jeder nachgeschaut hatte, stammte dies tatsächlich von jemandem aus unserer Gruppe. So konnten wir die Vergebung, von der wir erst hörten, gleich in die Praxis umsetzen. Auch hier war wieder die Zeit des Abschieds gekommen, und so fuhren wir zu unserer nächsten Station nach Pitestij weiter.
Dort angekommen, wurden in der dortigen Gemeinde die Schlafplätze der Mädchen und Jungen sowie der Speisesaal hergerichtet.

Um 10:00 Uhr des 12. Dezember 2008 konnten wir im Turnraum der Christlichen Schule, die sich auf einem Grundstück mitten unter allgemeinen Schulen befindet, zusammen mit den Schülern Lieder singen. Da die christliche Schule in diesem Gesamt­komplex nur geduldet und von den Räumlichkeiten sehr eingeschränkt ist, bemüht man sich, eine andere Lösung zu finden. In der Botschaft eines Bruders konnten wir dann hören, dass es bei Gott nur zwei Möglichkeiten gibt, entweder sind wir für oder gegen Ihn. Zum Abschied betete der Direktor mit uns allen.

Nachmittags hatten wir mit einigen Jugendli­chen der Gemeinde Gemeinschaft, bevor abends der Gottesdienst begann.

Nachdem wir unser Gepäck wieder in den Autos verstaut hatten, fuhren wir am 13. Dezember 2008 Richtung Petersdorf.
Auf dem Weg dorthin besuchten wir noch eine Zigeunergemeinde. Auch diesen Menschen durften wir am Beispiel der Geschichte vom „Reichen Jüngling“ das Evangelium weitergeben.

Der späte Nachmittag wurde damit verbracht, die Fahrzeuge für die Rückfahrt startklar zu machen.

Einige von uns haben abends noch die Singstunde der dortigen Gemeinde besucht.

Am Sonntag, den 14. Dezember 2008 ging es in die Gemeinde nach Girbova von Bruder Thomas. Dort ist vor einigen Jahren aus zwei Gemeinden eine entstanden, bei uns in Deutschland ist es leider oft andersherum! Auch hier wurden wir sehr herzlich aufgenommen und durften erfahren, dass Gott mit uns einen Plan hat; wir erkennen dies aber oft erst am Ende, welchen Weg er uns fuhren will.

Vor dem Gottesdienst am Abend wurden dann die Koffer zum „letzten Mal" gepackt und unseren Anhänger geladen. „Mache dich auf, werde licht! Denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir. Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir…" (Jesaja 60:1-2) und um „…zu suchen und zu retten, was verloren ist.“ (Lukas 19:10)

Nach einer kleinen Stärkung machten wir uns dann auf den Heimweg. Wir kamen am Abend des 15. Dezember 2008 in Laachen an. Auch hierfür dürfen wir unserem Herrn für die Bewahrung sowie den freien Straßen wieder sehr dankbar sein.

Bericht eines Mitfahrers
Startseite <I Reisebericht Rumänien Dezember 2008 I
Startseite <I Reisebericht Rumänien Dezember 2008 I