Reisebericht Rumänien April 2009

„Denn Christus hat mich nicht gesandt, zu taufen, sondern das Evan­gelium zu predigen, nicht mit klugen Worten, auf dass nicht das Kreuz Christi zupichte werde.“  1. Korinther 1:17

Rumänienfahrt vom  7. bis zum 19. April 2009

Am Dienstag, 7. April 2009,
starteten wir um 10:00 Uhr von Neustadt. Nachdem wir bei Heilbronn vorbeigefahren waren, wurde das Gepäck im Hänger deutlich mehr. In Heilbronn stiegen weitere Geschwister ein, darunter vier Mädels.
Alex, Ruben, Reinhold, Michael, Daniel, Hermann, Stephanie, Erika, Beate, Simon, Roman, Detlef, Julia und Nadja, nun waren alle an Bord und der Fahrt nach Rumänien stand nichts mehr im Weg.

Die Gruppe wurde auf die zwei Sprinter-Busse verteilt. Während der Fahrt lernte man sich durch Gespräche kennen. Es blieb nicht nur bei den Gesprächen, wir schmierten uns gegenseitig die Ves­perbrote und sangen gemeinsam Lieder. Bei der Schokolade stellten wir fest, dass Hermann nicht der Einzige war, der da nicht wi­derstehen konnte. Wenn man angefangen hatte von dem leckeren, selbstgemixten Studentenfutter zu essen, konnte man nicht mehr so schnell damit aufhören. Mit Singen, Plappern, Dösen, Schlafen und Knabbern verstrichen die ca. 20 Stunden Fahrt schnell.

Am Mittwochmorgen kamen wir in Petresti an. Dort luden wir Ruben bei seinem Bruder, der dort seinen Zivildienst macht, ab. Wir fuhren ein kleines Stückchen weiter zu Bruder Johann. Dort haben wir uns bis zum Mittag ausgeruht. Dann gab es die ersten Krautwickel mit Putenfleisch von Signora.

Nachdem wir uns nun leiblich gestärkt hatten, ging es ans Üben der rumänischen Lieder. Persida und Dana brauchten dabei Geduld mit uns. Johann meinte, unser Gesang sei zu schwach. Auf einer offenen Stelle oben auf dem Berg gewann dann aber unser Gesang an Schwung und Lautstärke. Der Wind wehte kräftig und beim Flötenspiel stießen wir auf dessen Widerstand.

Am Abend besuchten wir den ersten Gottesdienst bei einer kleinen versammelten Schar in Sasciori. Zwei kleine, bunt angezogene Mädels spielten auf ihren Geigen vor. Beim ersten Gottes­dienst merkten wir, dass wir bei der Aussprache der Lieder noch zu üben harten. Abends gab es sehr leckeres Essen zu Hause bei den Eltern von Dana.

Donnerstagmorgens wurden wir Schwestern vom Gesang der Brüder geweckt. „Auf, denn die Nacht wird kommen, auf wenn es Morgen wird..." „Buna dimineata! Liebe Schwestern, wir wollen frühstücken" hörten wir dann. Johann, Detlef und Nadja fuhren zum Markt Schuhe kaufen, denn Nadja verlor auf der Hinfahrt einen Schuh an irgendeiner Tankstelle. Währenddessen unternahmen wir eine kleine Fahrradtour mit amüsanten Pannen.

Am Nachmittag übten wir erneut die Lieder auf dem Berg und belohnten uns mit einem anschließenden Fußballspiel. Am Abend waren wir in der Gemeinde von Bruder Viktor in Petresti. Die meisten Gottes­dienste beginnen alle mit Versen aus einem Psalm.

Am Freitag fuhren wir nach Craiova, dort besuchten wir das Jugendgefängnis. Nachdem wir alle unsere Ausweise und Handys abgegeben hatten, führte man uns in eine Halle. Die Gefangenen nahmen auf Stühlen Platz. Die Brüder unterstützen uns Schwestern, damit wir uns mehr im Hintergrund aufhalten konnten. Anfangs wurde unter den Gefangenen hier und da getu­schelt, doch zum Ende hin wurden die Jungs immer ruhiger. Bruder Detlef erzählte von dem Liebesbrief, Bruder Samuel sagte ein bewegendes Gedicht auf und es kehrte eine nachdenkliche Ruhe in der Halle ein. Zum Schluss sagten die Jungs alle das „Vater unser" auf. Bemerkenswert ist, dass es alle auswendig aufsagen konnten. Zum Schluss verteilten wir kleine Geschenke. Wir über­nachteten bei Samuel im Gemeinderaum.

Am Samstag besuchten wir eine Gemeinde im kleinen Dorf in Filiasi. Da zu dieser Zeit viele Dorfbewohner auf dem Feld be­schäftigt waren, kamen nicht viele Besucher zum Gottesdienst. Wir verteilten die mit Liebe gestrickten Mützen, Schals und So­cken. Die Kinder bekamen auch kleine Kuscheltiere, worüber sie sich sehr freuten.

Ein paar Stunden später hielten wir draußen, im Garten einer Zigeunerfamilie, einen Gottesdienst. Unter den Zuhörern befanden sich liebevolle, aufmerksame Kinder. Wir hörten einen Vergleich von der Sonnenblume und der Sonne. Gegessen haben wir draußen im Garten, bei der Familie mit einem taubstummen Mädchen. Das taubstumme Mädchen hatte eine lebensfrohe Art und sehr viel Energie.

An diesem Tag trafen wir einen auch Missionar aus Peru; die Verständigungen und Unterhaltungen verliefen international.

Nach einer längeren Fahrt kamen wir abends in Lupeni an. Dort haben wir zwei Nächte im Altenheim verbracht. Für uns war das Ein-Sterne-Hotel, hier hatte jeder sein eigenes Bett und es gab Duschen!

Sonntagmorgens bei unserem Frühstück: „Jesus ist auferstanden! - Wahrhaftig auferstanden!" - in Rumänien wird Ostern eine Woche später gefeiert.

Am Abend waren wir bei Laser in Petrila in der Gemeinde. Alle Plätze waren belegt und es standen auch einige. Sehr viele Jugendliche waren da. Wir hörten einen beeindruckenden Chor und kräftige Sänger. Die Technik war hier auf dem neuesten Stand, wer seine Bibel vergessen hatte, konnte an der Wand mitlesen. Wir hörten ermahnende Worte von der Wahrheit „Du bist ein Sünder" und der Gnade. Nach dem Gottesdienst gab es im Keller Krautwickel und sehr leckere Kuchen. Bevor wir uns verabschiedeten, sangen uns die kräftigen Männerstimmen aus vollem Herzen Lieder vor.

Am Montag unternahmen wir einen Ausflug nach Straja in die Berge. Ganz unerwartet trafen wir dort einen Priester. Er war uns mit seiner Offenheit und Ehrlichkeit ein Vorbild.
Ein stehfauler, lieber Bär vernaschte dort einige Zuckerstückchen von uns. Der Arme bekam zum Schluss etwas von Hermanns speziellem Ringelblumen-Spray ab.

Nach unserem Ausflug sangen wir den Alten im Altenheim und den Kindern auf der Straße Lieder vor. Simon entdeckte das Seifenblasen mit den Kids.

Am Dienstag bekam unsere Gruppe mit den zwei Geigerinnen Rachela und Junia Verstärkung.
Bei Viktor besuchten wir den Gottesdienst in Petresti. In diesem Gemeindehaus übernachteten wir drei Nächte. Die erste Nacht verbrachten wir unter Sauna­bedingungen. Wir Mädels waren nun zu neunt und teilten uns ein Bad mit Waschbecken und WC. Das war ein überzeugendes Argument, um Hermann umzustimmen, das gemeinsame Frühstück auf 9 Uhr zu verlegen.

Dienstagabends durften wir in die schöne, gepflegte Innenstadt von Pitesti. Wir hatten Hunger. Nachdem wir in einem Restaurant nicht bedient werden konnten (etwas in der Küche ist „kaputt" gegangen), gingen wir zu einem anderen, dort bestellten die meisten Schnitzel mit Pommes.

Am Mittwoch hielten wir draußen im Dorf Stolnici einen kurzen Gottesdienst. Auf der Straße verteilten wir Traktate und sangen Lieder. Hermann sprang auf einen fahrenden Eselskarren auf. Auch in diesem Dorf verteilten wir verschiedene Sachen. Eine Witwe mit 10 Kindern klagte, weil sie noch mehr wollte. Sie lud uns ein, ihr Haus anzuschauen. Der Anblick war erbärmlich, Löcher in den Wänden und in der Decke. Der Witwe wurde vom Land ein Hilfscontainer gestellt.

Donnerstags besuchten wir das Zigeunerdorf in Tigveni. Durch das schöne Wetter konnten viele Gottesdienste im Freien gehalten werden. In Tigveni versammelten wir uns auf einer großen Wiese. Ein Priester unterbrach den Gottesdienst und drohte an, die Polizei zu rufen. Der Gottesdienst wurde in einem Raum fortgeführt. Die Zuhörer waren ganz verschieden: Die unruhigen Kinder bei der Predigt, die strahlenden Augen und so manche Träne als wir ein Lied sangen.

Abends waren wir in Cäpälna in der Gemeinde.

Bei der Fahrt hoch auf den Berg zum nächsten Zigeunerdorf hieß es „Gib ihm!". Wir waren dankbar, dass die Straßen trocken waren. Dieser Freitag war ein Feiertag in Rumänien, auch die Zigeuner hatten ihre besten Sachen an. Im Freien wurde das Wort und Lieder vorgetragen. Danach gab es die Möglichkeit zur Sprechstunde bei Dr. Detlef.

Währenddessen blickten wir Mädels zusammen mit Johann in die Hütten, wo viele Menschen auf engem Raum zusammen leben. In den meisten Hütten war es sehr unordentlich, aber es gab auch wenige Häuser, die sehr ordentlich aussahen. In jedem Haus gab es eine Korbhängeschau­kel, mit der die kleinen Kinder in den Schlaf gewiegt werden. Oben auf dem Berg dieses Dorfes gab es eine freie Wiesenfläche - wunderschöne Aussicht. Das Wetter war herrlich, zusammen mit den Zigeunerkids spielten wir Fußball.

Abends waren wir in der Gemeinde in Bäräbanti, wo die zwei Geigerinnen zu Hause sind. Anschließend gab es Essen auf der Terrasse von Junias Familie. Die letzten zwei Nächte verbrachten wir zu Hause beim Johann. Da uns die Brüder fast jeden Morgen mit einem Lied weckten, sangen wir Schwestern den Brüdern am letzten Morgen in Rumänien „Ein neuer Tag beginnt und ich freu mich..." vor.

Samstagmorgens: „Hopp, dawai Gruppe Germania". Nach einer letzten Einkehr bei einer Familie und der Verabschiedung unserer lieben Geschwistern begann die Rückfahrt.

Die Heimfahrt verlief ohne Probleme, und wir kamen Sonntagmorgens, am 19. April 2009 in Deutschland an. Wir durften eine sehr schöne und gesegnete Zeit zusammen in Rumänien erleben. Wir lernten uns einander kennen und aufeinander Rücksicht zu nehmen. Sich selbst lernte man auch besser kennen: Was denke ich, wie verhalte ich mich in bestimmten Situationen, wie zum Besipiel: Beim Anblick der armen Dörfer, aber den strahlenden Gesichtern. Wenn wir ein paar Tage nur ein Waschbecken und ein WC zur Verfügung hatten. Wenn nach unseren Musikbeiträgen kräftiger Applaus erschallte (im Jugendgefängnis) oder wenn wir hörten, dass es wieder Krautwickel gab.

Dumnezeu sä te binecuvänteze!

Bericht eines Mitfahrers

Wer Gott in sein Leben hineinreden lässt, der hat erfülltes Leben - auch bei vielen unerfüllten Wünschen. Wer mit Gott rechnet und auf ihn zählt, der weiß, was die Stunde geschlagen hat.

„Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes.“
Römer 15:13
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