Reisebericht Rumänien September 2011

„Ich will in dir lassen überbleiben ein arm, gering Volk; die werden auf des Herrn Namen trauen.“ Zephanja 2:3

Rumänienfahrt vom 2. September bis 11. September 2011


Am Freitag, den 2. September.2011, traten wir unsere zehntägige Reise von Neustadt nach Rumänien an. Für dieses Unternehmen dienten uns drei Kleinbusse und ein mitgeführter Anhänger für entsprechende Hilfsgüter als Beförderungsmittel. Unter der Leitung von Hermann fuhren Paul, Aaron, Walter, Debora, Evelyn, Axel, Otto, Magdalene und unsere vier besonderen Schwestern aus Bayern und Thomas dem Bestimmungsort, einem kleinen Dorf im Kreis Alba Iulia in Transsilvanien (Siebenbürgen), entgegen. Die Fahrt verlief ohne Zwischenfälle. Am Samstagmorgen erreichten wir unser Ziel gegen 7:00 Uhr. Herzlich wurden wir von Johann und seiner Familie empfangen. Alle freuten sich auf die vor uns liegenden Ereignisse.

Nach dem Frühstück entluden wir die Fahrzeuge und bezogen unsere Quartiere, um uns zu erholen. Nachmittags konnten wir damit beginnen, rumänische Lieder einzuüben. Die Gemeinde von Johann besuchten wir am Sonntagvormittag. Sie dankte dem Herrn JESUS für unser Kommen und stellte uns für die vor uns liegenden Tage unter seine Gnade. Die Verkündigung des Wortes überließ der Pastor uns. Axel sprach darüber, dass wir uns darunter beugen müssen, dass der Wille Gottes für unser Leben besser ist, als unser eigener Wille. Hermann verwies darauf, dass der HERR zu Menschen, die alles besitzen und denen alles aus eigener Kraft gelingt, schwer reden kann. Deshalb führt Gott uns in die Wüste und JESUS selbst redet in der Wüste unseres Lebens zu unserem Herzen (Hosea 2:16). Am Abend folgten wir der Einladung einer Gemeinde in Alba Iulia. Aus unserem Liederschatz holten wir die alten Evangelisationslieder hervor, die wir gerne sangen.

Am Montag brachen wir zu den Zigeunern auf. Johann, Erika, John, Persida, Junia und Rahela verstärkten unser Team. Unsere Route schlängelte sich durch die Karpaten hindurch. Als wir eine Seilbahn entdeckten, nutzten mehrere von uns die Gelegenheit, mit der Gondel den Gipfel zu erklimmen. Oben angekommen, bot sich uns eine wunderschöne Aussicht. Zur Erinnerung schossen wir einige Fotos. Dann ging es weiter. Nach längerer Fahrt trafen wir bei den Zigeunern ein. Mit unseren Musikinstrumenten und Liederbüchern ließen wir uns vor dem Gemeindehaus nieder und stimmten zur Ehre Gottes frohe Loblieder an. Das blieb von den Dorfbewohnern nicht unbemerkt. Nach und nach liefen sie herbei, bis es um uns von Menschen mit brünetter Haut, dunklen Haaren, leuchtenden Augen und eigentümlicher Sprache nur so wimmelte.
Hier möchte ich folgendes erwähnen. Es war zu dem Zeitpunkt, als sich erst wenige Dorfbewohner eingefunden hatten. In meiner Nähe saß ein Junge etwa im Grundschulalter. Er blickte mich an, rollte mit den Augen, wackelte mit dem Kopf. Er imitierte mich. Das gefiel mir nicht. Ich musste jetzt genau das erleben, was ich oft erlebe, wenn ich mich von JESUS entferne - oder anders formuliert (leider passiert das immer wieder), wenn ich die Achtung vor meinem Herrn verliere. Dann macht mich mein HERR auch manchmal darauf aufmerksam, indem ER mir Menschen schickt, denen es auch am nötigen Respekt mir gegenüber fehlt. Das tut weh. Ich muss dann erfahren, was es für Jammer und Herzeleid bringt, den HERRN, meinen Gott, zu verlassen und ihn nicht zu fürchten (Jeremia 2:19). Aber so lerne ich gehorchen (hoffentlich) und darf ein bisschen nachempfinden, wie es JESUS ergeht, wenn ich IHN durch Missachtung betrübe. Ich darf IHN dann wieder im Gebet suchen, meine Schuld vor IHN bringen und SEINER Vergebung gewiss sein. Denn des HERRN Wort ist wahrhaftig, und was er zusagt, das hält ER gewiss (Psalm 33:4). Bei IHM ist kein Wechsel von Licht und Finsternis (Jakobus 1:17).

Viele, viele Kinder mit ihren Eltern hatten sich eingefunden, um auf unser Musizieren, auf unser Singen und die Predigt zu lauschen. Jung und Alt stand die Freude ins Gesicht geschrieben und unverkennbar war die Liebe der Eltern zu ihren Schützlingen. Offen gaben wir zu, dass so etwas bei uns in Deutschland zur Seltenheit geworden ist. Auch mussten wir bekennen, dass wir Deutsche sehr stolz sind und auf andere gerne herabblicken. Keiner aus unserer Gruppe sei davon ausgenommen. Gemeinsam kamen wir deshalb zu JESUS Christus und baten IHN und die versammelte Gemeinde um Vergebung. Zum Abschied überreichten wir jedem Jungen und Mädchen eine Tafel Schokolade und ein Stofftier. Daraufhin brach unter den Kindern lauter Jubel aus, den wir so schnell wohl nicht vergessen werden.

Der Höhepunkt unserer Reise war der Besuch in einem Hochsicherheitsgefängnis in einem der großen Städte Rumäniens. Jeder von uns musste sich einer Sicherheitskontrolle wie am Flughafen unterziehen. Dann wurden alle 200 Päckchen - unsere Gabe für die Häftlinge - überprüft. Diejenigen Gefangenen, die seit längerer Zeit keinen Besuch mehr bekamen und auch keine Geschenke mehr erhielten, sollten berücksichtigt werden.
Von den 1.800 Gefangenen erschienen 116 Männer. Von den Frauen kamen bis auf wenige Ausnahmen alle der etwa 70 Inhaftierten. Das war eine Überraschung. Wir hatten mit viel weniger gerechnet. Preis den HERRN! Zuerst für die Männer und dann für die Frauen hielten wir einen Gottesdienst. Unser Eindruck war gut. Wir durften aufmerksame Zuhörer erleben. Selbst bei den Frauen, die beim letzten Besuch große Aggressionen beim Verteilen der Geschenke hatten, war echte Offenheit und aufmerksames Zuhören gegenüber der Botschaft des Evangeliums zu spüren. Gott tat ein Wunder! Eine Frau kam sogar auf Johann zu und bat ihn, für ihren Sohn zu beten. Diese Bitte äußerte sie noch einmal uns gegenüber, als sie wieder abgeführt wurde. Nach dem Gottesdienst überreichten wir persönlich die Päckchen und christliche Literatur. Ein Häftling bekam sogar zwei Päckchen in die Hand gedrückt. Ein anderer wollte nichts nehmen. Viele reichten uns dankbar die Hand oder umarmten uns vor Freude. Dann gab es noch für unsere Brüder die Möglichkeit, das Wachpersonal zu den Gefängniszellen zu begleiten und Päckchen unter den Gefangenen zu verteilen.

Zu der Gemeinde von Bruder Laser fuhren wir am nächsten Tag. Ein Posaunenchor, bestehend aus Jugendlichen, spielte verschiedene Choräle. Unter ihnen gab es einige, die JESUS noch nicht kennen. Sie haben jedoch viel Freude an der Musik und kommen gerne in die Gemeinde. So haben sie die große Chance, das Heil in Jesus zu erfassen. Am selben Abend ging es nach einem gemeinsamen Abendessen mit den Geschwistern zurück zu Bruder Johann im Siebenbürger Land. Spät in der Nacht kamen wir an. Am nächsten Tag konnten wir bis 9:00 Uhr ausschlafen. Wie jeden Morgen gab es eine kleine Andacht. Nachdem wir unseren Körper gelabt hatten, bekamen wir geistliche Speise für unsere Seele. Dazu hörten wir aus den Büchern: „Aus der Vogelwelt" und „Das zerbrochene Herz". Am Nachmittag durften wir unser reiterisches Können bei Freunden von Johann unter Beweis stellen. Auch eine Fahrt mit der Kutsche durch die umliegende Bergregion wurde uns angeboten. Unser letzter Gottesdienstbesuch führte uns in die Gemeinde von Junia und Rahela. Wir wurden daran erinnert, wie wichtig es sei, die Furcht vor Gott in unserem Herzen zu bewahren.

Der Samstag rückte näher und damit auch der Abschied von unseren lieben Geschwistern in Rumänien. Wir hatten eine reich gesegnete Zeit erlebt und sind mit Brüdern und Schwestern im HERRN zusammen gekommen, echte Jünger JESU, die in IHM einen unvergänglichen Reichtum haben, aus dem auch wir während dieser Tage schöpfen durften. Warmherzige Menschen, die nicht sich selbst leben, sondern sich auf die wesentlichen Bereiche des täglichen Lebens wie Familie, Beruf und Gemeinde konzentrieren und sich nicht im Materialismus unserer Zeit verlieren. Ihnen gilt unser Dank. Ebenso unseren Lieben zu Hause für alles Mit- und Hindurchtragen. Und besonderer Dank unserem Herrn JESUS Christus, der uns diese Fahrt überhaupt erst ermöglicht hat.

Bericht eines Mitfahrers

Vater im Himmel, ich bitte weder um Gesundheit noch um Krankheit, weder um Leben noch um Tod, sondern darum, dass du über meine Gesundheit und meine Krankheit, über mein Leben und meinen Tod verfügst zu deiner Ehre und meinem Heil.

Du allein weißt, was mir dienlich ist. Du allein bist der Herr, tue, was du willst. Gib mir, nimm mir, aber mache meinen Willen
dem deinen gleich.
Aurelius Augustinus ~ Bekenntnisse 10. IV 5
Hinweis: Dieser Bericht ist zum Schutz von Personen und Einrichtungen von uns ganz minimal abgeändert worden. - Wir bitten um Euer Verständnis. Dankeschön!
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