Reisebericht Rumänien Dezember 2011


„Also ist jetzt keine Verdammnis für die, welche in Christo Jesu sind. Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christo Jesu hat mich freigemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.“ Römer 8:1 und 2


Rumänienfahrt vom 2. Dezember bis 11. Dezember 2011

Noch einmal in diesem Jahr hatten sich sieben Brüder und eine Schwester entschlossen, Hermann vom 2. Dezember bis 11. Dezember 2011 nach Rumänien zu begleiten. Diese sind: Heinrich, Eduard, Friedhelm, Henry K., Henry O., Uwe, Thomas und Evelyn. Bereits im September hatte Hermann mit einer anderen Gruppe eine Fahrt dorthin unternommen. Die Freude war groß, als wir alle wohlbehalten unser Ziel erreichten und von den Geschwistern vor Ort freundlich und liebevoll empfangen wurden.

Nach ein paar Stunden der Erholung trafen wir uns am Nachmittag wieder. Dana, Persida, Rahela, Iunia und John, einheimische Geschwister, waren auch schon eingetroffen. Zusammen mit Johann begleiteten sie uns bei den Einsätzen. In fröhlicher Runde saßen wir dann beisammen, um uns mit Gesang und Musizieren auf die kommende Zeit vorzubereiten.

In Urwegen wartete schon ein Bruder mit seiner Gemeinde auf uns. Nachdem er uns in Rumänien recht herzlich willkommen geheißen hatte, stellte er uns unter den Segen Gottes. Eduard durfte beginnen (nachdem u.a. eine unserer Schwestern ein Lied sang ). Er überbrachte liebe Grüße aus unseren Heimatgemeinden, bedankte sich im Namen unserer Gruppe für die Einladung und las uns die Bibelstelle aus Johannes 15:1 und 2: Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater der Weingärtner. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, wird er wegnehmen. - Wie können wir Frucht bringen? Indem wir unseren Mitmenschen an unserem Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft, in der eigenen Familie .... von JESUS erzählen.
Hermann fügte ergänzend hinzu, dass es auch falsche Weinstöcke gibt, z. B. wenn wir auf unsere eigene Gerechtigkeit setzen. Wir können mit Menschen- und mit Engelzungen reden, alle Weisheit besitzen und unseren Mitmenschen viel Gutes tun, aber wenn die Liebe nicht da ist, nützt das nichts. (1. Korinther 13:1 ff) Deshalb brauchen wir eine persönliche Beziehung zu JESUS. Denn ohne IHN können wir nichts tun.

Nach kurzer Einkehr bei Johann fuhren wir zu einer großen Gemeinde einer Stadt mitten in den Karpaten (um dort einen Gottesdienst zu besuchen ). Diesmal hatte ich meine Trompete mit im Gepäck. Während sich unsere Gruppe auf den vordersten Stuhlreihen des Gemeindesaales niederließ, gesellte ich mich zu den Bläsern des Jugendorchesters, die sich links und rechts vom Altar platziert hatten. So durfte ich inmitten der Jugendlichen auch mit meinem Instrument ein paar Töne zu den mir unbekannten Chorälen hinzufügen.

Unser weiterer Weg führte uns weiter in die Karpaten. In unserm Seniorenwohnheim, dass ein lieber Bruder leitet, fanden wir Herberge. Etwa 60 Personen, unter ihnen auch gläubige Christen, werden hier gut betreut. Dieser Bruder nimmt bevorzugt Menschen auf, die kaum Altersruhegeld erhalten. Das Personal, ca. 20 Kräfte, wird jetzt vom Staat finanziert. Die Verpflegungskosten bestreiten sie selbst. Spendengelder setzt er hauptsächlich ein für den geistlichen Bereich, wie z. B. den Bau einer Kapelle.
Diese Menschen lagen uns sehr am Herzen. Wie immer konnten wir mit den lieben „Alten" zusammen einen Gottesdienst feiern und sie daran erinnern, dass sie bei Gott nicht vergessen sind und dass er jedem, der Einlass begehrt, die Tür offen hält. Zum Abschluss konnten wir alle mit vielen Orangen erfreuen.

Sehr eindrucksvoll gestaltete sich für uns der Ablauf der Verteilung von Baby- und Kleinkinderkleidung nach einem Gottesdienst. Liebe, Dankbarkeit und Freude sprachen aus den Augen der Mütter, die auf Knien die vor ihnen ausgebreiteten Schätze sorgfältig für ihre Kleinen auswählten.

Eine Überraschung erlebten wir in einem Dorf wohlhabender Zigeuner. Es war unser erster (und spontaner) Besuch in diesem Ort. Ganz unbefangen fingen wir vor einem schönen Haus zu Singen und zu Musizieren an. Daraufhin wurden wir in dieses Haus zum Essen eingeladen.

(Am Nachmittag desselben Tages besuchten wir eine kleine und uns bereits bekannte Gemeinde in einem Dorf. Auch hier feierten wir wieder einen erbaulichen Gottesdienst. Im Anschluss daran wurden wir auch noch liebevoll mit einem leckeren Mittagessen von den dortigen Geschwistern gestärkt. Es schmerzte uns, als wir erfuhren, dass ein kleiner Junge dieser Gemeinde seinen gläubigen und jungen Vater in diesen Tagen durch eine schlimme Krankheit gerade verlor. Seine Mutter hatte Jesus aber leider noch nicht in Ihr Herz aufgenommen. - Bitte betet auch für diese nun leidgeprüfte Familie. Danke!)

Unsere nächsten Gastgeber waren Bruder Marian und seine Frau. Wie schon im September sorgten sie auch jetzt mit vielen Köstlichkeiten für unser leibliches Wohl. Sie scheuten Mühe und Umstände nicht, ihr Wohnzimmer und ein Kinderzimmer als Nachtquartier für uns einzurichten. Der Herr JESUS möge ihnen ihre Liebe reichlich vergelten. In einem Kindergarten erzählte Hermann den Kindern eine Geschichte. Wenn wir ein Flugzeug am Himmel entlang fliegen sehen, dann wirkt es durch die Entfernung recht winzig. Dann fällt es schwer, zu glauben, dass in diesem Flugzeug Menschen sein können. Wenn aber ein Vater seinen Kindern sagt, dass in diesem Flugzeug wirklich Menschen sind, dann glauben sie ihm. So verhält es sich auch mit Gott. Er ist unser Vater und hat seinen Sohn JESUS zu uns gesandt, um uns von den himmlischen Dingen zu berichten. Auch wenn vieles für uns schwer nachzuvollziehen ist, dürfen wir JESUS ganz vertrauen. Er sagt uns die Wahrheit.

Eine Tür öffnete sich uns, als wir an einer Schule vorbei kamen, an der wir bisher noch nicht waren. Es war gerade Schulschluss. Viele Kinder hatten die Schule bereits verlassen und versammelten sich in kleinen Grüppchen vor dem Gebäude. Neugierig beobachteten sie, wie unsere Busse anhielten. Ihre Aufmerksamkeit nahm zu, als wir unsere Instrumente hervorholten.
Plötzlich zögerten wir. Sollten wir es wirklich wagen, unangemeldet auf dem Schulhof zu musizieren? Wir beschlossen, um Erlaubnis zu fragen und erhielten prompt eine Zusage. Preis den HERRN!
Im Foyer sangen wir, umringt von zahlreichen aufmerksamen Schülern, Glaubenslieder. Überraschend bat uns eine junge Lehrerin um eine Gitarre und sang auch ein christliches Lied. Freudestrahlend teilte sie uns mit, dass sie auch zu JESUS gehöre und glücklich sei, hier liebe Geschwister zu treffen.
Der Direktor führte uns durch einen Teil der Schule und bat uns zum Schluss, bei künftigen Fahrten wieder vorbeizuschauen.

(An diesem Abend waren wir auch noch zu einem Gottesdienst in einem Dorf eingeladen, den unsere Gruppe wieder leiten durfte. )

In einer Stadt im Kreis Arge
s durften wir (am nächsten Tag) an seiner christlichen Hochschule das Evangelium bezeugen und mit musikalischen Beiträgen umrahmen. Der Schülerchor sang für uns schöne, rumänische, geistliche Lieder (einige Lieder spielten und sangen auch wir ). Hermann griff das JESUS-Wort aus Lukas 10:30 ff auf. Ein Mensch machte sich auf den Weg von Jerusalem nach Jericho und fiel unter die Räuber. Halbtot wurde er liegen gelassen. Viele werden heute beraubt. Uns wird die Scham und die Gottesfurcht genommen. In unserer postmodernen Zeit werden viele Werte über Bord geworfen. Halbtot schlagen ist brutaler als ganz tot schlagen. Viele junge Menschen werden heute halbtot geschlagen. Schüchterne und einfältige Menschen werden leicht zum Opfer. Aber der Herr JESUS kann aus ihnen Persönlichkeiten machen.
Wir verabschiedeten uns von einer großen Schar Jugendlicher, die in einem überfüllten Klassenzimmer diszipliniert der frohen Botschaft JESU CHRISTI lauschten. Alle bekamen zum Abschied das Buch von Wilhelm Busch „Jesus unser Schicksal" in rumänisch und für das leibliche Wohlbefinden Dusch-Gel Shampoo und Zahncreme.

(Abends besuchten wir noch den Gottesdienst einer Gemeinde dieser Stadt. )

Himmlische Freude, Gottes reichen Segen in der Schule. Dann hatte uns Gott sehr gedemütigt. Unser Crafter Bus fuhr nicht mehr. Es war Donnerstag. Am Freitag sollten wir in ein von uns noch über 100 Kilometer entferntes Gefängnis. Unser Bus musste abtransportiert werden in die Werkstatt. Wir waren sehr niedergeschlagen. Gott bereitete uns vor, indem er uns klein machte fürs Jugendgefängnis. Es geht nicht an, mit der Hochfreude in der Schule, dann mit frommem Hochstolz ins Gefängnis zu gehen.

Wider Erwarten konnten wir dann doch mit dem zweiten Bus und einem Leihauto (dass der ADAC zur Verfügung stellte) zum Gefängnis fahren. Mit einer Jugendgruppe aus Medias und ihren Musikinstrumenten trafen wir uns unterwegs. Wir waren klein und wurden groß empfangen. Mit sehr viel Dankbarkeit und Freude und Herzensannahme empfing uns das ganze Gefängnispersonal. Zwei Gottesdienste hat Gott geschenkt. Wir hatten Gemeinschaft mit den Häftlingen und dem gesamten Personal wie in einer harmonischen Glaubensfamilie. Freudig durften wir Lieder und das Wort Gottes an die Herzen verteilen und auch unsere mitgebrachten Gaben. Die Chefs und Psychologinnen konnten nur mit Mühe ihre Tränen zurückhalten. Wir wurden geehrt und brauchten doch keine Ehre anzunehmen, sondern gaben sie Dem, Dem allein die Ehre gebührt. Gott hat sein Werk an diesen Jungs im Gefängnis. Wir wollen sie segnen und sie im Gebet im Herzen tragen und sie unserem Heiland bringen. (Die jungen Gefangenen haben uns aus Ihrer tiefen Dankbarkeit und Freude heraus diesmal, neben einem Gedicht, auch Ihre gut eingeübten Lieder überraschend und freimütig vorgetragen. )

Während der Zeit in Rumänien begegneten mir viele jüngere Christen. Zuweilen kam ich mir klein und gering vor, wenn ich auf ihre Begabung und ihr Leben sah, so heilig. Dies erwähnte ich gegenüber einem lieben Bruder. Er gab mir folgendes mit auf den Weg: Der Wert eines Menschen hängt nicht von seiner Begabung ab noch von dem, was er zu leisten imstande ist, sondern einzig und allein davon, dass JESUS ihn liebt. Wir achten heute allzu sehr auf Power-Menschen. Gott segnet auch das Schwache. Wenn ich mir schmutzig vorkomme, im Lichte Gottes meine Schuld und Sünde erkenne und von Herzen mich nach Herzensreinheit sehne, dann darf ich wissen, dass JESUS gerade für solche Menschen gestorben ist.

Wir alle blicken zurück auf eine vom HERRN reich gesegnete Zeit in Rumänien. Deshalb möchten wir uns als Gruppe im Anschluss an diesen Bericht bei allen Betern bedanken, die unsere Fahrt begleitet haben.

Ein herzliches Dankeschön auch an unsere lieben Geschwister in Rumänien für ihre Opferbereitschaft und Liebe. Lob, Preis und Ehre Dem, Der alles in seinen wunderbaren Händen hält - unserem alleinigen Herrn und Heiland JESUS Christus. Rückblickend können wir Gott nur von Herzen danken für alle Gnade und Bewahrung auch in diesem vergangenen Jahr.

Bericht eines Mitfahrers


Hinweis: Dieser Bericht ist zum Schutz von Personen und Einrichtungen von uns ganz minimal abgeändert worden. Die in den Klammern gemachten Anmerkungen wurden von uns nachträglich hinzugefügt. - Wir bitten um Euer Verständnis. Dankeschön!

Die eingefügten Aufnahmen der Predigten und Lieder können oben rechts über den Download-Button herunter geladen werden.

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