Reisebericht Ukraine November 2007



Reisebericht über die Reise vom 7.11. - 21.11.2007 in die Ukraine


Dieser Bericht ist zur Ehre Gottes, gemäß 1. Korinther 6:20:

„Denn ihr seid teuer erkauft: darum verherrlicht Gott in eurem Leib und in eurem Geist, die Gott gehören."

Ich habe die Ehre und die Freude, diesen Bericht schreiben zu dürfen. Wie bin ich überhaupt dazu gekommen an dieser Reise teilzunehmen? Zwei Wochen vor dem Beginn der Reise kannte ich weder Hermann noch den Missionsdienst, den er seit vielen Jahren durchführt. Ich war zuvor noch in keinem Missionswerk tätig und bin erst vor ca. drei Jahren zu einem lebendigen Glauben an unseren Herrn Jesus Christus gekommen. Nun zu der Reise, wie ich sie erleben durfte.

Einige Zahlen und Fakten:

Die deutsche Gruppe bestand aus 12 Personen. Wir haben ca. 6.000 km mit den zwei Autos zurückgelegt. Die Reiseroute begann in Neustadt, führte über Dresden, Görlitz/Zgorzelec, dem polnischen Grenzübergang durch Polen, quer durch die Ukraine bis zum Asowschen Meer, kurz vor der russischen Grenze. Die Hinfahrt betrug 43 Stunden. und die Rückfahrt 30 Stunden. Es wurden ca. 800 Kg christliche Literatur und viele weitere Hilfsgüter verteilt Unsere Gruppe erhielt Verstärkung von Geschwistern aus Moldawien und aus der Ukraine. Auf der Hinfahrt wurden wir in der Ukraine von 10 verschiedenen Polizeistationen kontrolliert. Von Mal zu Mal wurden die Kontrollzeit kürzer und die Posten freundlicher.

An welche Orte und zu welchen Menschen wurden wir geführt?:

Die Orte waren: Mariopel, Smewka und Nikolajewa. Das Evangelium konnten wir folgenden Menschen bringen: 11 Gottesdienste in den verschiedenen Gemeinden, im Foyer eines Krankenhauses, in der Psychiatrie (hat eine Kapazität von 480 Betten), beim Blauen Kreuz, im Obdachlosenheim, bei ca. 15 alten, kranken und allein stehenden Menschen in Smewka, in einer Grundschule, in einem landwirtschaftlichen Projekt, in der Realschule, im Taubstummenheim für Jungen und Mädchen, in der Feuerwehr, in einem mittelgroßen Wirtschaftsunternehmen, im Heim für geistig und körperlich behinderte Männer und im Heim für schwer erziehbare Jungen.
Wir durften einen Dienst tun an Kindern, Kranken, Armen und Schwachen und damit das Wort als Samen in ca. 64 Predigten aussähen. Dazu kommen noch die Zeugnisse einzelner Brüder und Schwestern aus der Reisegruppe, unsere Lieder, Gedichte und Einzelgespräche vor Ort.

Art und Weise der Tätigkeit der Gruppe:

Um auszudrücken, wie ich es empfunden habe, möchte ich den folgenden Vergleich wagen. Es war ein kompliziertes Unternehmen/Projekt zu leiten. Die Leistung des Unternehmens bestand in der Verkündigung des Evangeliums gegenüber allen Gruppen und Schichten innerhalb von 9 Tagen. Zum Beginn der Reise waren folgende Bedingungen nicht bekannt: Welche Menschen werden konkret am 7.11. reisen? Welche Glaubens- und Lebenserfahrungen bringt jeder Einzelne von ihnen mit? Über welche praktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten verfügt jeder Einzelne? Was sind seine charakterlichen Stärken und Schwächen? Zu welchem Zeitpunkt werden wir konkret mit welchen Menschen sprechen? Werden die Witterungsbedingen so sein, dass der Dienst möglich ist? Reichen die mitgefühlten materiellen und finanziellen Ressourcen? Welche Menschen sollten wie viel erhalten? Wie ist die körperliche Gesundheit der Menschen in der Gruppe? Welche logistischen Anforderungen stehen?

Wie viel Zeit und Wissen ist in der Welt erforderlich, um mit so vielen Unbekannten ein Projekt zu starten und es auch erfolgreich zu Ende zu führen. In der Welt ist es nicht möglich, solch ein Werk zu tun. Einzig und allein befähigte uns Jesus Christus durch seinen heiligen Geist zu so einem Dienst. Er nahm uns schwache Geschöpfe dafür. Wir durften Arbeiter in seiner Ernte sein, Samen ausstreuen und bereits aufgegangene Frucht bewässern. Der, der unsere Gruppe als Hirte geführt hat, ist von unserem Herrn dazu begnadigt und berufen. Zusammenfassen lässt sich dieses alles u.a. in dem Wort aus Sprüche 3:5,6 „Vertraue auf den Herrn von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deinen Verstand; erkenne ihn auf allen deinen Wegen, so wird er deine Pfade ebnen."
Die Auswahl der Prediger, die Zeugnisse, Lieder und Gedichte erfolgte überwiegend erst vor Ort und entsprach damit immer genau der Situation, in die wir gestellt wurden. Erst im Rückblick konnten wir staunend feststellen, welchen wunderbaren Regisseur wir hatten.

Einige Aussagen aus den Predigten:
Ganz herzlichen Dank für Eure treue Fürbitte, Mittragen, Mitlieben, Mitdenken, Mitfühlen, Mithelfen (besonders auch finanzieller Art). Der Herr möge Euch alles reichlich vergelten. ... In der Liebe des Herrn Jesu seid gegrüßt. Eure Hermann und Inge
Gottes Wort macht Menschen zu Persönlichkeiten, Gott erlöst uns von unserem Wesen, wer sich in seinem Sündenelend erkennt, wandelt  sich. Gottes Wort ist der Spiegel für unsere Seele,
Wir werden in der Ewigkeit das sein, was wir hier sind, Suche nach Anerkennung macht innerlich krank,
Menschen können müde werden unsere Fehler zu ertragen. Jesus nimmt uns bedingungslos an. Stolz kann Demut nicht ertragen,
Hölle ist, wenn der gottlose Zustand nicht mehr geändert werden kann,
Aus guten Dingen wird normalerweise etwas Gutes, aber wenn die Dinge nicht so gut sind, dann kann Gott noch etwas Wunderbares daraus machen,
Beobachtet euer Herzl Was denkt ihr über Andere?
Jesus spricht jedem in s e i n Herz. Wenn ich nicht barmherzig bin, bin ich hart.
Ausgewählte Erlebnisse:
Nach der Predigt in der Psychiatrie kam ein junges Mädchen zum Gespräch. Sie erzählte, dass sie auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, nach Gott war, bevor sie hier eingeliefert wurde. Ihre Eltern sind keine Christen. Die Mutter ist Professorin. Als diese sah, dass ihre Tochter betrübt war über all die Dinge, die um sie herum geschahen, gab sie der Tochter den Rat: "Geh, suche dir junge Männer, vergnüg dich mit ihnen und genieße doch das Leben!" Genau dieses Leben macht der Tochter Angst. Weil sie den Ratschlag der Eltern nicht annahm, lieferten sie ihre Tochter in der Klinik ab.
Während der Predigt vor alkoholkranken Männern in der Psychiatrie gab es in einem Krankenzimmer Unruhe. Ein Bruder ging hinein und erzählte uns nach unserem Besuch sein Erlebnis. Im Bett lag ein großer starker Mann, der an Armen und Beinen gefesselt war und Windelhosen an hatte. Früher war er in der ukrainischen Nationalmannschaft im Volleyball. Seit dem Vortag liegt er im Entzug. Er hatte fast drei Wochen ununterbrochen Alkohol getrunken, Dämonen hatte er gesehen, eine Panische Angst packte ihn und er ging freiwillig in die Klinik, weil er so nicht mehr leben konnte.
Als wir mitten in der Predigt im Obdachlosenheim waren, kam ein Ältester aus einer Gemeinde. Er kam herein und gab jedem die Hand und hatte ein persönliches Wort für den Einzelnen. Wir brachten es nicht über das Herz, jedem die Hand zu reichen. Der Älteste geht jeden Montagabend zu diesen Menschen und liest aus der Bibel vor. Nicht jeder aus der Gemeinde steht hinter ihm.
Die taubstummen Kinder waren fröhlich und hingen förmlich am Mund der Prediger und Sänger. Sie versuchten in ihrer Aussprache Lieder zu singen.
Ein geistig behinderter Mann liest die Bibel und hat so viel Freude an Gottes Wort, dass er alle in der Predigt gestellten Fragen allein beantworten wollte. War sehr dankbar für das persönliche Gespräch nach der Predigt.
Bericht eines Mitfahrers
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